EU-Ratspräsident hofft auf rasche Einigung über EU-Bürger in Grossbritannien

EU-Ratspräsident Donald Tusk hofft bei den Brexit-Verhandlungen auf eine schnelle Einigung über die Zukunft der EU-Bürger in Grossbritannien und die Briten in der EU. Nach der Festlegung der EU-Position für die Gespräche mit London sagte Tusk am Samstag: "Wir brauchen eine ernsthafte britische Reaktion. Sobald Grossbritannien Garantien abgibt, werden wir rasch eine Lösung finden."
29.04.2017 17:48

Es geht um Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse sowie Sozialleistungen für rund 3,2 Millionen EU-Bürger in Grossbritannien und 1,2 Millionen Briten auf dem Kontinent nach dem für 2019 geplanten EU-Austritt des Vereinigten Königreichs. Sowohl die EU als auch die britische Regierung haben die Klärung der Rechte dieser Bürger zur Priorität erklärt.

Die Europäische Union will zudem rasch über die Schlussrechnung für Grossbritannien nach mehr als 40 Jahren EU-Mitgliedschaft reden. Auch bei den Finanzfragen würden schnelle Zusagen Grossbritanniens den Start der Verhandlungen sehr vereinfachen, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Erst wenn es Fortschritte in den wichtigen Trennungsfragen gebe, sollen die Gespräche über die künftigen Beziehungen beginnen. Die Entscheidung, wann der Zeitpunkt erreicht sei, werde einstimmig von allen 27 bleibenden EU-Ländern getroffen, sagte Juncker.

Die britische Regierung hatte Ende März offiziell den Austritt aus der EU beantragt. Darüber soll nach den britischen Parlamentswahlen ab Juni verhandelt und bis März 2019 ein Abkommen geschlossen werden. Die 27 bleibenden EU-Länder verabschiedeten bei einem Sondergipfel in Brüssel ihre Verhandlungs-Leitlinien./vsr/DP/zb

(AWP)