EU startet wegen Panama Papers Steuer-Dialog mit Dutzenden Staaten

Für ihre "Schwarze Liste" im Zuge der Panama-Papers-Affäre hat die Europäische Union an gut 90 Länder Briefe wegen steuerrechtlicher Bedenken geschickt. "Wir haben uns stets klar ausgedrückt, dass wir von unseren internationalen Partnern Fairplay erwarten, wenn es um Unternehmenssteuern geht", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Mittwoch. Die EU werde nun den Dialog mit den ausgesuchten Ländern starten. Die endgültige Liste von Steueroasen soll bis Ende des Jahres fertig gestellt werden.
01.02.2017 16:38

Die EU-Kommission hatte im Zuge der Enthüllungen um die Panama Papers mit Tausenden Briefkastenfirmen im vergangenen Jahr eine gemeinsame Liste von Steueroasen forciert. Unter den nun von den EU-Staaten angeschriebenen Ländern befinden sich etwa die Bahamas und Bahrain, aber auch Japan und die USA. Damit sei aber keine Vorverurteilung verbunden, betonte die EU-Kommission. Zuvor hatte auch das "Handelsblatt" darüber berichtet.

"Es ist richtig, dass man die USA genauer überprüft", sagte der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold. "Einige US-Bundesstaaten erlauben den Eigentümern von Treuhandkonten, anonym zu bleiben. Damit ermöglichen sie Steuerflucht und Geldwäsche." Zudem weigerten sich die USA, konsequent am internationalen Austausch von Steuerdaten teilzunehmen.

Banken in den Vereinigten Staaten müssten ausserdem nicht die Personalien von Kontoinhabern abfragen, meinte Giegold weiter. "Die EU darf davor nicht mehr aus politischen Gründen die Augen verschliessen."/asa/DP/she

(AWP)