EU verbietet Insektenkiller Chlorpyrifos

(Ausführliche Fassung) - Das Verbot des lange intensiv genutzten Pflanzenschutzmittels Chlorpyrifos in der Europäischen Union ist besiegelt. Die EU-Kommission bestätigte am Freitag den Entzug der Zulassung ab Ende Januar. Gleichzeitig stellte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides weitere Verbote von Pestiziden in Aussicht, sofern Gesundheitsgefahren nachgewiesen würden.
10.01.2020 17:06

Chlorpyrifos wurde jahrzehntelang gegen Schädlinge in der Landwirtschaft eingesetzt, doch steht es im Verdacht, Erbgut und Nerven bei Kindern zu schädigen. In Deutschland ist der Insektenkiller zwar seit Jahren nicht mehr auf dem Markt. Spuren wurden aber immer wieder auf importierten Orangen, Mandarinen und Grapefruits nachgewiesen.

Der Grünen-Agrarexperte Harald Ebner forderte deshalb auch ein Importverbot für chlorpyrifosbelastete Lebensmittel. Das Gift müsse weltweit aus dem Verkehr gezogen werden. Das EU-Verbot der Substanz begrüsste Ebner, meinte aber auch, Gesundheitsgefahren seien schon bei der EU-Zulassung 2005 bekannt gewesen. "Chlorpyrifos hätte also niemals zugelassen werden dürfen."

Nach einer Bestätigung der Gesundheitsrisiken durch die EU-Lebensmittelbehörde Efsa hatten die EU-Staaten im Dezember dafür gestimmt, die Ende Januar auslaufende Zulassung für Chlorpyrifos und die Variante Chlorpyrifos-Methyl nicht zu erneuern. Kommissarin Kyriakides forderte die EU-Staaten auf, nun dafür zu sorgen, dass Pflanzenschutzmittel mit den beiden Wirkstoffen vom Markt genommen werden. Vorgesehen ist eine Übergangsfrist für Gebrauch, Lagerung oder Entsorgung von maximal drei Monaten./vsr/DP/zb

(AWP)

 

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