EU will Freihandelsabkommen mit Japan zügig abschliessen

Im Licht der neuen US-Handelspolitik treibt die EU ihr geplantes Freihandelsabkommen mit Japan voran. "Unsere Verhandlungen mit Japan sind in der entscheidenden und hoffentlich letzten Phase", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Dienstag in Brüssel nach einem Besuch des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe.
21.03.2017 14:41

Bei einer gemeinsamen Medienkonferenz stellte Juncker einen EU-Japan-Gipfel noch in diesem Jahr in Aussicht, bei dem "wir die Verhandlungen hoffentlich abschliessen können". Das Abkommen sei "notwendig, weil wir in freien, fairen und regelbasierten Handel glauben". Abe sprach sich ebenfalls für einen Abschluss "zum frühst möglichen Zeitpunkt" aus.

Ausserdem ergänzte der EU-Kommissionspräsident, die EU werde "weiter hinaus in die Welt schauen, statt zu Isolationismus zurückzukehren". "Es ist wichtig für Japan und die EU, auch mit den USA zu kooperieren, der Welt die Flagge des freien Handels zu zeigen", fügte Abe hinzu.

Nachdem sich die USA aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP mit den Pazifikanrainern, darunter Japan, zurückgezogen hatten, verstärkte die EU ihre Bemühungen um Handelspartnerschaften. Unter anderem sind Verhandlungen mit Neuseeland geplant, wie die EU-Kommission Mitte des Monats mitteilte. International wird befürchtet, dass US-Präsident Donald Trump protektionistische Ankündigungen wahr macht und Einfuhren in sein Land erschwert.

Die nächste Verhandlungsrunde der EU mit Japan findet im April in Tokio statt. Die Gespräche hatten beide Seiten im März 2013 begonnen. Japan ist der zweitgrösste Handelspartner der EU in Asien. Gemeinsam machen beide mehr als ein Drittel des weltweiten Bruttoinlandprodukts aus.

Neben dem Freihandelsabkommen handeln Japan und die EU auch eine sogenannte strategische Partnerschaft aus. Damit wollen beide Seiten den politischen Dialog verstärken, aber auch ihre Zusammenarbeit bei regionalen und globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel, Entwicklungspolitik sowie Katastrophenschutz und Sicherheitspolitik intensivieren.

(AWP)