EU will sich besser gegen Gaskrisen wappnen

Die Staaten der Europäischen Union wollen sich künftig bei Gas-Lieferengpässen gegenseitig aushelfen, um Energiekrisen wie 2006 oder 2009 zu vermeiden. Darauf haben sich Unterhändler des EU-Parlaments, der Mitgliedsländer und der Brüsseler Kommission geeinigt. "Wir haben wichtige Fortschritte bei der Verbesserung der Energiesicherheit gemacht", erklärte Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic am Donnerstag.
27.04.2017 11:55

Wegen politischen Streits zwischen Russland und der Ukraine drohte in der Vergangenheit immer wieder auch in der EU das Gas knapp zu werden. Sie versuchte 2010, mit koordinierten Plänen Vorkehrungen zu treffen, dass die Versorgung nicht unterbrochen wird und die Bürger nicht schlimmstenfalls ohne Strom im Kalten sitzen. Ein Stresstest ergab jedoch nach Angaben der Kommission, dass viele EU-Länder immer noch anfällig sind.

Deshalb soll jetzt nachgesteuert werden. Neu sei vor allem, dass EU-Staaten zusagen, bei einer ernsten Versorgungskrise ihren Nachbarn zu helfen. Dazu sollen vier Regionalgruppen von EU-Staaten gebildet werden, die eng zusammenarbeiten, zusammen Risiken für die Versorgung analysieren und Gegenmassnahmen planen. Versorger werden verpflichtet, über langfristige Verträge zu informieren, falls diese für die Versorgungssicherheit relevant sind.

Die EU deckt rund ein Viertel ihres Energieverbrauchs mit Erdgas. 65 Prozent davon muss sie importieren. Hauptlieferländer sind Russland, Norwegen und Algerien. Der Kompromiss muss vom Rat der Mitgliedsländer und dem Europaparlament noch formal bestätigt werden./vsr/DP/tos

(AWP)