Eurogruppen-Chef erwartet baldige Einigung zu Griechenland-Hilfen

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem erwartet, dass die letzten Hürden für frische Hilfen an Griechenland rasch zu nehmen sind. "Ich bin zuversichtlich, dass eine Einigung über das ganze Paket sehr bald erreicht sein wird", sagte Dijsselbloem am Donnerstag im Europaparlament. Er gab sich zudem überzeugt, dass sich der Internationale Währungsfonds wie geplant finanziell am laufenden Hilfsprogramm für Griechenland beteiligen könne.
27.04.2017 11:08

Die europäischen Gläubiger hatten Anfang April eine Grundsatzeinigung mit der Regierung des hoch verschuldeten Euro-Lands über weitere Steuer- und Rentenreformen getroffen. Das war Voraussetzung für die Auszahlung neuer Kredite an Athen. Derzeit überprüfen Vertreter der Kreditgeber - der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und des IWF - in Athen erneut die Reformfortschritte.

Wenn dies abgeschlossen ist, kann die Eurogruppe am 22. Mai formal den Weg für frische Hilfen frei machen. EU-Kommissar Pierre Moscovici äusserte in der Parlamentsdebatte die Erwartung, dass das klappen wird. Bevor frisches Geld an Griechenland fliesst, fordert die Bundesregierung allerdings die Zusage des IWF zur Beteiligung. Denn nur unter dieser Bedingung hatte der Bundestag zugestimmt.

Dijsselbloem entschuldigte sich vor dem Parlament noch einmal für verletzte Gefühle durch seine umstrittenen Äusserungen in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dort hatte er mit Blick auf europäische Finanzhilfen für Krisenländer gesagt: "Ich kann nicht mein ganzes Geld für Schnaps und Frauen ausgeben und anschliessend Sie um Ihre Unterstützung bitten."/vsr/DP/zb

(AWP)