Europäische ZentralbankDiskussion um geldpolitische Wende steht bald an

EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger sieht bald die Zeit für die Debatte über einen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik gekommen.
28.01.2017 14:12
Am Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Am Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Bild: Pixabay

Alle Voraussetzungen für einen stabilen Anstieg der Inflation seien da, sagte Lautenschläger vergangene Woche auf einer Veranstaltung in Hamburg laut Redetext. "Ich bin also optimistisch gestimmt, dass wir uns bald der Frage des Ausstiegs widmen können", sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Euro-Notenbank. "Wir müssen bereit sein, zu handeln, wenn es soweit ist."

Die lockere Geldpolitik sei wie ein starkes Medikament für einen sehr kranken Patienten, sagte Lautenschläger. Mit der Zeit nehme die beabsichtigte, gute Wirkung dieser Maßnahmen ab, Nebenwirkungen und Risiken hingegen würden zunehmen. "Darum ist es wichtig, das Medikament so früh wie möglich abzusetzen, aber eben auch nicht zu früh, sonst riskieren wir einen Rückfall."

Die Euro-Notenbank hält die Leitzinsen derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Zudem kaufen die Währungshüter in grossem Stil Staatsanleihen der Euro-Länder, um die Konjunktur anzuschieben und die vergleichsweise niedrige Inflation nach oben zu treiben. 

(Reuters)