Eurozone - In Wien hält man einen europäischen Währungsfonds für sinnvoll

Der österreichische Finanzminister begrüsst die Idee eines Ausbaus des europäischen Rettungsschirms ESM.
02.09.2017 13:17
Das österreichische Parlament in Wien.
Das österreichische Parlament in Wien.

Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) begrüsst den Vorschlag seines deutschen Kollegen Wolfgang Schäuble zum Aufbau eines Europäischen Währungsfonds. "Ich halte diese Diskussion für zweckmässig, sinnvoll und notwendig", sagte der Minister am Rande des Forum Alpbach der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein solches Vorhaben sei aber ein "Langfristprojekt" und gehe nicht von heute auf morgen. Denn um den bestehenden Euro-Rettungsfonds ESM entsprechend auszubauen, müssten die Verträge geändert werden. Dies werde mindestens drei bis fünf Jahre dauern.

In die Debatte um die Nachfolge um Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem will der österreichische Finanzminister nicht aktiv einsteigen. "Ich habe keine Meinung dazu", sagte Schelling, der in Medienberichten selbst als möglicher Nachfolger genannt wurde. Derzeit seien viele Überlegungen dazu im Gange, sagte Schelling.

Dijsselbloems Amtszeit läuft bis Januar 2018. Bis dahin solle eine Entscheidung über eine Nachfolge getroffen werden, sagte Schelling. Dijsselbloem wird nach der Wahlniederlage seiner sozialdemokratischen Partei in den Niederlanden der nächsten Regierung in Den Haag voraussichtlich nicht mehr angehören. Bisher war im Gespräch, dass er die Treffen der Euro-Finanzminister mindestens so lange führt, bis sein Nachfolger als Finanzminister feststeht.

In Österreich stehen Mitte Oktober Parlamentswahlen an. Schellings Partei, die konservative ÖVP, liegt seit der Übernahme der Parteiführung durch Aussenminister Sebastian Kurz in den Umfragen klar in Führung. Nachdem der 31-jährige den Vorsitz übernommen hatte kletterten die Umfragwerte auf mehr als 30 Prozent von zuvor rund 20 Prozent. Die rechtspopulistische FPÖ, die bis zur ÖVP-Personalrochade vorne lag, sackte zuletzt auf Platz drei hinter den Sozialdemokraten (SPÖ) ab.

(Reuters)