Ex-Minister Macron wirft französischer Regierung Reformstau vor

In Frankreich wirft der zurückgetretene Wirtschaftsminister Emmanuel Macron der Regierung mangelnden Reformwillen vor.
04.09.2016 11:57
Emmanuel Macron am WEF in Davos Anfang 2016.
Emmanuel Macron am WEF in Davos Anfang 2016.
Bild: Bloomberg

"Ich habe es versucht, habe Vorschläge gemacht, gedrängt", sagte Macron der Zeitung "Le Journal du Dimanche". "Wenn man Erfolg haben will, kann man die Arbeit nicht zur Hälfte liegenlassen." Dies sei aber leider oft geschehen, bemängelte Macron.

Entgegen seinen Vorschlägen sei entschieden worden, keine zweite Welle an Wirtschaftsreformen zu starten. Der 38-jährige frühere Investmentbanker war am Dienstag von seinem Ministeramt zurückgetreten. Ihm wird nachgesagt, er wolle bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr kandidieren. In dem Interview äußerte er sich dazu aber nicht. Sollte Macron tatsächlich antreten, würde das für Präsident Francois Hollande die Chancen auf eine Wiederwahl schmälern.

Macron ist bei vielen Franzosen beliebt, während Hollande nicht zuletzt wegen der anhaltenden Wirtschaftsmisere in der Wählerschaft in Ungnade gefallen ist. Keiner der beiden Politiker hat bisher offiziell eine Kandidatur angekündigt. Es gilt aber als sehr wahrscheinlich, dass sie antreten werden.

(Reuters)