Exporte im Oktober rückläufig - Rekordverkäufe nach China

(Zusammenfassung)
22.11.2016 11:14

Bern (awp/sda) - Die Ausfuhren der Schweiz sind im Oktober erstmals seit Februar zurückgegangen. Sie sanken arbeitstagsbereinigt um 1,1%. Die Uhrenexporte brachen ein, während die Medikamentenausfuhr stieg. Zwei Drittel aller Exportprodukte zeigten einen Rückgang.

Den dramatischsten Exportrückgang aller Branchen zeigten Bijouterie- und Juwelierwaren mit 25,5%. Die Uhrenexporte brachen im Vergleich mit dem Oktober 2015 um 12,3% ein. In Franken ergibt das zusammen ein Minus von einer halben Milliarde Franken, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte. Insgesamt sanken die Exporte arbeitstags- und preisbereinigt um 6,1%. Sie beliefen sich auf 17,8 Mrd CHF. Nur arbeitstagsbereinig ergab sich ein nominales Minus von 1,1%.

Im Vergleich mit dem starken Septemberergebnis betrug der saisonbereinigt Rückgang real 4,7%. Der Trend zeigt gemäss EZV aber weiterhin aufwärts.

STARKE PHARMAINDUSTRIE

Exportlokomotive blieb die Pharmaindustrie. Die wichtigste Ausfuhrbranche der Schweiz führte 6,8% (nominal, arbeitstagssbereinigt) mehr aus. Dank ihr wurden Rückgänge bei den anderen Branchen fast ausgewetzt. Geldmässig stiegen die Ausfuhren von Pharmaprodukten gegenüber Oktober 2015 um 914 Mio CHF.

Ein Wachstum von sogar 19,2% legten Textilien, Kleider und Schuhe hin. Das war aber auf Rückexporte nach Deutschland zurückzuführen.

Erneut Sorgenfalten verursachte die Maschinen- und Elektroindustrie als zweitwichtigste Exportbrache hinter den Pharmafirmen. Nach den durchmischten Ergebnissen der Vormonate rutschte sie mit einem Rückgang um 5,6% im Oktober wieder ins Minus.

Besonders stark rückläufig waren Wärme- und Kältetechnik sowie nichtelektrische Antriebsmaschinen. Die Fahrzeugexporte sanken um 23% wegen rückläufiger Flugzeugverkäufe.

CHINA KNACKT MILLIARDENMARKE

Erstmals überstieg das Exportvolumen nach China 1 Mrd CHF. Insgesamt lieferten Schweizer Unternehmen Güter für 1,03 Mrd in die Volksrepublik. Das waren arbeitstagsbereinigt 202 Mio CHF oder 24,1% mehr als als im Oktober 2015.

Die Ausfuhren nach Asien sanken indessen um 7%. Hauptsächlich zurückzuführen ist das gemäss EZV auf gesunkene Uhren- und Bijouterielieferungen nach Singapur.

Steigerungen zeigten hingegen Europa und Nordamerika. Zum einprozentigen Wachstum der Lieferungen nach Europa trugen die EU-Länder mit einem Wachstum von 2% bei. Vor allem Lieferungen von pharmazeutisch-chemischen Produkten nach Belgien, ins Vereinigte Königreich und nach Österreich stiegen. Die Zunahme nach Nordamerika um 3% ist auf die USA mit einem Plus von 6% zurückzuführen.

PHARMA AUCH BEIM IMPORT FÜHREND

Die Importe stiegen innert Jahresfrist um 6,7% und preisbereinigt um 3,7%. Gegenüber September resultierte ein saisonbereinigtes Wachstum von real 2,8%. Diese zweite Zunahme in sechs Monaten ergibt gemäss EZV einen flachen Trend.

Bei zehn von zwölf Warengruppen importierte die Schweizer Wirtschaft im Oktober mehr. Mit einem Plus von 19% führen Pharma- und Chemieprodukte die Rangliste an. Hauptverantwortlich dafür waren Medikamente und Wirkstoffe. Textilien, Kleider und Schuhe legten 16% zu.

Der Import von Maschinen und Elektronik stieg um 3% aufgrund einer Wehrtechnik-Einfuhr für 92 Mio CHF aus den USA. Damit lässt sich auch das Einfuhrwachstum von 28% aus diesem Land erklären. Die Einfuhren aus Kanada stiegen wegen der Lieferung eines Linienflugzeugs sogar um 135%.

Bei den Energieträgern sank die Einfuhr um 12,4%. Insgesamt erreichten die Importe ein Volumen von 13,1 Mrd CHF. Damit schloss die Handelsbilanz im Oktober mit einem Überschuss von 2,7 Mrd.

cf

(AWP)