EZB dürfte nach Brexit-Votum zunächst abwarten

Die Folgen des Brexit-Votums werden bei der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank heute (Donnerstag) im Fokus stehen. Fragen tun sich aber beim Anleihenkaufprogramm auf.
21.07.2016 07:59
EZB-Chef Mario Draghi.
EZB-Chef Mario Draghi.
Bild: Bloomberg

Investoren an der Börse wollen von EZB-Präsident Mario Draghi unter anderem wissen, wie stark die Anti-EU-Entscheidung der Briten das Wachstum und die Inflation in der Euro-Zone bremsen kann.

Experten erwarten, dass Draghi auf der Pressekonferenz am Nachmittag auf gestiegene Konjunkturrisiken hinweisen wird. Mehrheitlich rechnen Beobachter allerdings nicht damit, dass der EZB-Rat die Geldschleusen noch weiter öffnet. Am Leitzins, der seit März auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegt, wird die EZB voraussichtlich nicht rütteln.

Im Blickpunkt dürfte stehen, ob die Währungshüter die Stellschrauben für ihr auf 1,74 Billionen Euro angelegtes Anleihen-Kaufprogramm nachjustieren werden. Denn inzwischen sind immer mehr Staatsanleihen der Euro-Länder nicht mehr dafür geeignet.

Nach den selbst auferlegten Regeln kann die Notenbank keine Staatspapiere erwerben, die eine Rendite unterhalb des Einlagenzinses von aktuell minus 0,4 Prozent abwerfen. Viele deutsche Bundesanleihen rentieren aber bereits unter diesem Satz. Und so fragen sich Experten, wie lang es noch dauert, bis die Notenbank in Engpässe gerät.

Die geldpolitischen Entscheide werden um 13.45 veröffentlicht, um 14.30 tritt Draghi vor die Medien. cash wird darüber berichten.

(Reuters/cash)