Fall Khashoggi: Türkei durchsucht Haus eines mutmasslichen Täters

(Ausführliche Fassung) - Türkische Sicherheitskräfte haben im Zuge der Suche nach Spuren des vermutlich ermordeten saudischen Regierungskritikers Jamal Khashoggi eine Villa in der Nähe von Istanbul durchsucht. 40 Polizisten seien am Dienstag zwei Stunden lang in dem dreistöckigen Haus in der Yalova-Provinz gewesen, berichtete die Zeitung "Hürriyet". Demnach soll das Gebäude einem Mitglied des 15-köpfigen Spezialkommandos gehören, das Khashoggi getötet haben soll.
23.10.2018 16:07

Lokalen Medien zufolge sei ein Kleinbus mit Mitgliedern des angeblichen Mörderteams am Tag von Khashoggis Verschwinden in der Gegend gesichtet worden, berichtete "Hürriyet". Der Bezirk ist wegen seiner schönen Natur und bekannten Wellness-Zentren beliebt unter arabischen Touristen.

Ausserdem kamen Ermittler nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu am Nachmittag auch an einer Parkgarage an, in der offenbar ein Wagen des saudischen Konsulats abgestellt wurde. "Hürriyet" meldete, es würden drei "verdächtige Gepäckstücke" darin gelagert. Die Nachrichtenagentur DHA richtete eine Live-Übertragung zur Garage ein.

In einer mit Spannung erwarteten Rede hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zuvor ebenfalls von Spuren in Yalova sowie im Belgrad-Wald gesprochen. Die Türkei habe für den Mord an Khashoggi "starke Beweise in der Hand", sagte er während einer Fraktionssitzung seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP am Dienstag in Ankara. Bahnbrechend neue Details gab Erdogan allerdings nicht preis.

Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavosoglu hatte am Dienstag bekräftigt, dass die Türkei weiter ermitteln werde. "Wir haben eine gemeinsame Ermittlung mit den Saudis, aber die Istanbuler Staatsanwaltschaft führt auch eine eigene Ermittlung durch."/rcf/DP/she

(AWP)