Fälschungen kosten EU-Pharmasektor zehn Milliarden Euro pro Jahr

ALICANTE (awp international) - Den Pharma-Unternehmen der Europäischen Union (EU) entgehen aufgrund von Medikamentenfälschungen jedes Jahr rund zehn Milliarden Euro. Das seien etwa 4,4 Prozent der Gesamtumsätze der Branche, teilte das EU-Amt für Geistiges Eigentum (EUIPO) am Donnerstag im spanischen Alicante mit.
29.09.2016 19:52

Nach einer Studie der Beobachtungsstelle der EUIPO werden dadurch geschätzt 38 000 Arbeitsplätze vernichtet. Berücksichtigt wurden in der Studie weder EU-Einfuhren illegaler Produkte noch die Einbussen der EU-Hersteller durch Fälschungen auf Märkten in Nicht-EU-Ländern.

Berücksichtigt man neben den direkten auch die indirekten Auswirkungen auf andere Wirtschaftszweige und für die staatlichen Einnahmen der 28 EU-Länder, so ergibt sich der Studie zufolge ein Umsatzverlust durch Fälschungen von ungefähr 17 Milliarden Euro sowie ein Beschäftigungsrückgang von rund 91 000 Arbeitsplätzen.

Die Marken- und Produktpiraterie im Pharmasektor habe nicht nur wirtschaftliche Konsequenzen, warnte EUIPO-Präsident Antonio Campinos: "Die Fälschungen können giftig sein und stellen eine grosse Gefahr für die Gesundheit dar". Der Portugiese rief die zuständigen Stellen dazu auf, Massnahmen gegen die Piraterie zu ergreifen./er/DP/tos

(AWP)