Fed-Banker sieht Trumps Pläne zu Regulierung und Wachstum skeptisch

Ein führender Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat sich kritisch zu der von Präsident Donald Trump angestrebten Abkehr von der strengen Bankenregulierung geäussert. Er sei dagegen, diese Regeln "blindlings" zurückzudrehen, sagte der Chef des Fed-Ablegers in Minneapolis, Neel Kashkari, am Dienstag in einer Online-Präsentation.
21.02.2017 16:56

"Insbesondere bei Grossbanken", fügte er hinzu. Trump hat per Erlass angeordnet, dass die Wall-Street-Reformen (Dodd-Frank-Gesetz) überprüft werden sollen. Das Gesetzeswerk von 2010 war die zentrale Lehre, die die USA aus der Finanzkrise gezogen haben.

Damals wurden Banken weltweit mit Hilfe von Steuermilliarden und Liquiditätsgarantien vor dem Kollaps gerettet. Kern der Reform war ein weitgehendes Verbot des Eigenhandels der Banken, die sogenannte Volcker-Regel.

Trump hatte im Wahlkampf wiederholt kritisiert, Dodd-Frank gebe der Finanzaufsicht so viel Macht, dass die US-Banken nicht richtig funktionierten und Geld verleihen könnten.

Der Republikaner hat in Aussicht gestellt, mit Steuererleichterungen, Billionen-Investitionen und weiteren Konjunkturmassnahmen das Wirtschaftswachstum auf vier Prozent nach oben zu treiben, nachdem es 2016 bei 1,6 Prozent gelegen hatte.

Kashkari äusserte sich skeptisch, dass dieser Plan funktionieren werde: Er sehe nicht, wie dies "von den Zahlen her aufgehen sollte".

(AWP)