Fed-Vizechef - Fischer sorgt sich um US-Haushaltspolitik unter Trump

Der Vizechef der US-Notenbank, Stanley Fischer, hat sich über die Entwicklung der amerikanischen Haushaltspolitik unter dem neuen Präsidenten Donald Trump besorgt geäussert.
11.02.2017 19:04
Stanley Fischer, vice chairman der US-Notenbank.
Stanley Fischer, vice chairman der US-Notenbank.
Bild: Bloomberg

"Es gibt deutliche Unsicherheit über das, was kommen wird", sagte Fischer am Samstag auf einem Wirtschaftskongress im britischen Coventry auf eine entsprechende Frage. "Ich glaube nicht, das jemand etwas genaues weiss. Es ist ein Prozess, in den sowohl die Regierung als auch der Kongress eingebunden sind." Daher halte sich die Fed im Moment strikt an das, was sie als ihre gesetzliche Aufgabe ansehe: Vollbeschäftigung anzustreben und die Inflationsrate an die Marke von zwei Prozent zu bringen.

Fischer sagte zudem, er glaube nicht, dass die Regeln zur Regulierung der Banken (Dodd-Frank-Gesetz) komplett aufgehoben würden. "Aber es könnte Veränderungen daran geben." Eine deutliche Verringerung der Kapitalvorgaben bei den Banken würde allerdings die Sicherheit des Finanzsystems gefährden. "Ich hoffe natürlich, dass das nicht passiert." Mit Dodd-Frank soll eine Finanzkrise wie in den Jahren 2008/2009 verhindert werden. Trump will diese Regeln zum Teil lockern. Die Bundesregierung und die Europäische Zentralbank haben davor bereits gewarnt.

Am Freitag hatte Trump überraschend schnell mehr Spielraum zum Umbau der Notenbank Fed nach seinen Vorstellungen bekommen. Das prominente Führungsmitglied Daniel Tarullo kündigte sein Ausscheiden für Anfang April an. Tarullo war bei der Fed mit der Regulierung der Finanzinstitute betraut und trieb die Verschärfung der Vorschriften voran.

(Reuters)