FIFA-Skandal: Bundesanwaltschaft befragt ehemaligen Fifa-Funktionär Valcke

Die Bundesanwaltschaft hat am Montag in Bern im Rahmen des Korruptionsverfahren im Umfeld des Weltfussballverbandes Fifa den Präsidenten des Fussballclubs Paris Saint-Germain (PSG), Nasser Al-Khelaifi, sowie den ehemaligen Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke befragt.
02.12.2019 20:44

Angehört worden sei auch ein dritter Verdächtiger, "ein Geschäftsmann im Bereich der Sportrechte", hiess es bei der Bundesanwaltschaft, ohne dass dessen Identität bekannt gegeben wurde.

Laut einer Meldung der französischen Nachrichtenagentur AFP gab die Bundesanwaltschaft bekannt, dass es sich um die letzten Einvernahmen im Rahmen der im März 2017 eröffneten Strafuntersuchung gegen die drei Beschuldigten handle.

Al-Khelaifi, der auch Verwaltungspräsident der katarischen Fernsehgruppe belN Media ist, wird verdächtigt, dem Franzosen Valcke unrechtmässige Vorteile gewährt zu haben, um im Gegenzug die Fernsehrechte für die Fussball-Weltmeisterschaften 2018 bis 2030 zu erhalten. So soll Valcke ein Luxusbesitz in Sardinen gratis zur Nutzung zur Verfügung gestellt worden sein.

Al-Khelaifi arbeite mit der schweizerischen Justiz zusammen, die gegen ihn erhobenen Vorwürfen beruhten auf keinerlei Fakten, sagte sein Sprecher der AFP. Seine Anwälte wollen deshalb die Einstellung des Schweizer Verfahrens beantragen.

Auch Valcke bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, wie sein Anwalt sagte. Valcke, der Mitte September 2015 von allen seinen Funktionen beim Weltfussballverband suspendiert worden war, wurde bereits vor zwei Jahren im selben Verfahren mehrere Male von der Bundesanwaltschaft einvernommen.

Gegen Valcke war in einer weiteren Korruptionsaffäre von der FIFA-Ethikkommission bereits eine zehnjährige Sperre und eine Busse von 100'000 Franken verhängt worden. Das Bundesgericht hatte erst im vergangenen Mai eine Beschwerde des Franzosen gegen dieses Urteil abgewiesen.

mk

(AWP)