Finanz - Negativzins für private Einlagen ab erstem Euro weitet sich in Deutschland aus

Die Anzahl der deutschen Banken, die die Erhebung von negativen Zinsen für bestimmte private Kunden bestätigt haben, ist am Steigen.
07.12.2019 13:45
Bereits ab wenigen Euro müssen Sparer in Deutschland Negativzins zahlen.
Bereits ab wenigen Euro müssen Sparer in Deutschland Negativzins zahlen.
Bild: Pixabay

Neu hinzugekommen ist die VR-Bank Westmünsterland. Sie nimmt bei Neukunden, die Tagesgeldkonten über die Webseite
eröffnen, einen Negativzins von minus 0,5% ohne Freibetrag. Die Bank habe in den vergangenen Wochen zunehmend
festgestellt, "dass Neukunden bei uns Gelder parken wollten, ohne gleichzeitig in eine aktive Geschäftsbeziehung eintreten zu wollen", erklärte eine Sprecherin des Instituts. "Regelmäßig handelt es sich um Anleger, die bei anderen Banken und Sparkassen ihre Freibeträge bereits ausgeschöpft haben."

Zwar verlangen viele Banken schon seit einiger Zeit negative Zinsen von privaten Kunden, räumten bislang allerdings Freibeträge von 100'000 Euro oder mehr ein. Das änderte sich unlängst mit dem Eingeständnis der Volksbank Raiffeisenbank
Fürstenfeldbruck, neue Tagesgeldkonten mit einem Negativzinsvon 0,5% für das gesamte Guthaben zu belegen. Die Kreissparkasse Stendal führte eine ähnliche Regelung ein.

Im September war der EZB-Einlagesatz auf minus 0,5% gesenkt worden, was es für Geschäftsbanken teurer macht, überschüssige Gelder bei der Zentralbank zu parken. Gleichzeitig wurden aber Ausnahmen eingeführt. Deutsche Banken hatte die EZB-Zinspolitik vor den Änderungen im September jährlich rund 2,4 Milliarden Euro gekostet, hieß es vom Bankenverband.

(Bloomberg)