Finanzmarkt: Längere Übergangsfrist für Meldepflicht von Derivatetransaktionen

Seit 2016 gelten in der Schweiz neue Regeln für den Handel mit Derivaten. Der Bundesrat will diese aber bereits wieder überprüfen, weil sich neue Entwicklungen abzeichnen - zum Beispiel im Bereich Fintech.
14.09.2018 11:55

Bis die Überprüfung abgeschlossen ist, müssen kleine nicht-finanzielle Gegenparteien - zum Beispiel Industrieunternehmen - Derivatetransaktionen nicht dem zentralen Transaktionsregister melden.

Eigentlich hätten sie das ab dem 1. Januar 2019 tun müssen. Der Bundesrat hat aber am Freitag beschlossen, die Meldepflicht für diese Gruppe erst per 1. Januar 2024 in Kraft zu setzen. Er hat die Übergangsfrist in der Finanzmarktinfrastrukturverordnung verlängert. Das soll auch den administrativen Aufwand verringern.

An der bereits geltenden Meldepflichten für andere Marktteilnehmer ändert das nichts, wie das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) schreibt. Heute gilt die Meldepflicht für finanzielle Gegenparteien - unter anderem Banken und Versicherungen - sowie für gewisse nicht-finanzielle Gegenparteien.

Eine Gegenpartei ist jede Person und jedes Unternehmen, mit welchen ein Kreditinstitut Bankgeschäfte tätigt, bei denen eine entgeltliche Gegenleistung vertraglich vereinbart ist. In der Finanzkrise hatte sich gezeigt, dass Institute das Ausfallrisiko von Gegenparteien bei Derivaten unterschätzten.

In der Folge beschlossen die G-20-Staaten Pflichten für den Derivatehandel. In der Schweiz wurden die Regeln für den ausserbörslichen Handel mit Zertifikaten, Optionen, Futures oder Swaps im Finanzmarktinfrastrukturgesetz (FinfraG) erlassen. Dieses und die Verordnung dazu waren 2016 in Kraft getreten.

(AWP)