Finanzwetten: CFD-Branche wehrt sich gegen drohendes Bafin-Verbot

Die Anbieter von riskanten Finanzwetten, so genannter CFDs, wehren sich gegen ein drohendes Verbot bestimmter Papiere durch die Finanzaufsicht Bafin. "Es ist der falsche Ansatz, eine ganze Produktart verbieten zu wollen, wenngleich wir Pläne zum Schutz von Privatanlegern unterstützen", sagte Rafael Neustadt, Geschäftsführer des CFD-Verbands, der Deutschen Presse-Agentur. "Vielmehr müssten unregulierte Anbieter stärker in den Fokus genommen werden." Aus diesem Bereich kämen fast alle Anlegerbeschwerden. Dies habe der Verband in einer Stellungnahme an die Bafin erklärt.
19.01.2017 06:42

Zugleich signalisierte der CFD-Verband der Aufsicht Entgegenkommen: Die Mitglieder hätten sich vergangenes Jahr einen Transparenz- und Fairnesskodex auferlegt. "Dieser könnte 2017 um weitere Regeln für Produkte mit Nachschusspflicht nachgebessert werden", sagte Neustadt.

Mit CFDs können Anleger auf die Kursentwicklung etwa von Aktien spekulieren. Anders als bei Direktkäufen zahlen Anleger nicht den vollen Preis, sondern hinterlegen nur eine Sicherheitsmarge. Dank dieses Hebeleffekts können sie in kurzer Zeit viel Geld gewinnen - und umgekehrt verlieren.

Die Bafin hatte im Dezember verkündet, den Verkauf von CFDs mit Nachschusspflicht aus Anlegerschutzgründen verbieten zu wollen. Bei dieser Art der Papiere wetten Anleger nicht nur mit ihrem eingesetzten Geld, sondern müssen unter Umständen zusätzlich Geld nachschiessen, wenn sie falsch liegen. Die Behörde hatte der Finanzbranche eine Frist für Reaktionen bis zu diesem Freitag eingeräumt. Danach entscheidet sie über ein Verbot./als/DP/zb

(AWP)