Finma-Bericht: Lebensversicherer erzielen 2017 im BVG-Geschäft weniger Ertrag

In der Schweiz haben die privaten Lebensversicherer im Jahr 2017 in der beruflichen Vorsorge aufgrund der anhaltend tiefen Zinsen auf ihren Kapitalanlagen deutlich weniger Ertrag erwirtschaftet. Und um ihre Bilanzen zu schützen, nahmen die Versicherer im BVG-Geschäft bewusst weniger Prämien ein, wie der am Freitag von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) veröffentlichte Transparenzbericht zeigt.
07.09.2018 17:46

Die Finma beaufsichtigt die insgesamt acht in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge tätigen Lebensversicherer, die rund einen Fünftel aller Vorsorgegelder in der Schweiz (letzter Stand Ende 2016: 1'030 Milliarden Franken) betreuen und fast die Hälfte der 4,1 Millionen aktiven Versicherten versichern. Im letzten Jahr ging das Prämienvolumen der Lebensversicherer im BVG-Geschäft um 4 Prozent auf 22 Milliarden Franken und die Zahl in der Vollversicherung gedeckten Arbeitnehmer um 3 Prozent auf 1,18 Millionen zurück, wie die Finma schreibt.

Die rückläufige Entwicklung zeige, dass die Lebensversicherer das Neugeschäft in der Vollversicherung immer stärker beschränken, folgert die Finma im Bericht. Kein Lebensversicherer habe zusätzliche Kapazität angeboten und neue Anbieter habe es seit über zehn Jahren auch keine mehr gegeben. Die Hauptursache ortet die Finma in der ungenügenden Entschädigung, die die Institute für das notwendige Kapital zur Absicherung der Leistungsversprechen erhalten.

Sinkende Gewinne im BVG

Total wurden von den Lebensversicherern in der beruflichen Vorsorge Erträge in der Höhe von 7 Milliarden Franken erwirtschaftet, das sind 13 Prozent weniger als 2016. In Form von Versicherungsleistungen, Erhöhungen der technischen Rückstellungen und Überschussbeteiligungen flossen diese zu 92,1 Prozent an die Versicherten zurück. Die für das Geschäft gesetzlich vorgeschriebene Mindestquote liegt bei 90 Prozent.

Ein Blick in die Betriebsrechnungen zeigt, dass das streng regulierte Geschäft weniger Gewinn abwirft. Laut Finma-Bericht sind die Betriebsergebnisse der acht Lebensversicherer im Berichtszeitraum um total 8 Prozent auf 554 Millionen Franken zurückgegangen.

Ein Grund dafür sind die weiter rückläufigen Anlagerenditen: Nach 3,0 Prozent im Jahr 2015 und 2,6 Prozent 2016, habe die Buchrendite auf den Kapitalanlagen zuletzt nur noch 2,0 Prozent betragen. Insbesondere festverzinsliche Anlagen, die in der beruflichen Vorsorge einen hohen Stellenwerte geniessen, werfen im anhaltenden Tiefzinsumfeld immer weniger Rendite ab. Die Anlageperformance unter Einbezug der Wertveränderungen der Kapitalanlagen belief sich 2017 auf 2,5 Prozent, nach 3,3 Prozent im Jahr zuvor und tiefen 1,9 Prozent in 2015.

mk/kw

(AWP)