Finma skeptisch gegenüber Lockerung bei Hypotheken-Vergabe

Die Richtlinien zur Hypotheken-Vergabe werden wohl nicht aufgeweicht: Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma steht laut ihrem Präsidenten Thomas Bauer einer Lockerung der Tragbarkeitskriterien skeptisch gegenüber.
21.11.2016 04:16
Bei der Vergabe von Hypotheken ist der kalkulatorische Zinssatz auf 5 Prozent festgelegt.
Bei der Vergabe von Hypotheken ist der kalkulatorische Zinssatz auf 5 Prozent festgelegt.
Bild: Pixabay

Dies könne dazu führen, dass Haushalte Hypothekarkredite abschlössen, die sie längerfristig nicht finanzieren könnten, sagt Bauer im Interview mit der "Zentralschweiz am Sonntag". Die Finma verfolge die Diskussion aber mit Interesse.

Die Banken haben Mitte 2014 im Rahmen der Selbstregulierung die Hürden zur Gewährung von Hypotheken erhöht und damit den Eigenheimkauf erschwert. Das geschah auch auf Druck der Finma.

Raiffeisen-Chef Patrik Gisel sprach sich kürzlich für eine Lockerung aus und sein Chefökonom Martin Neff bezeichnete in einem Interview mit cash die Vergabekriterien für Hypotheken als zu streng, denn Angst vor einer Spekulationsblase halte er für unbegründet.

Kein Mehrwert durch Bussenkompetenz

Weiter äussert sich Bauer zu einer möglichen Bussenkompetenz für die Finma. Heute kann die Aufsichtsbehörde keine Bussen verhängen. Sie darf etwa bei fehlbaren Instituten Gewinne einziehen, Geschäftstätigkeiten limitieren oder einer Bank die Lizenz wegnehmen.

Geht es nach Bauer, bleibt es auch dabei. Zum einen erziele die Finma mit ihren fallbezogenen Massnahmen grosse Wirkung. Zum anderen seien Bussen für ihn eine zwiespältige Angelegenheit und hätten im Ausland Missstände nicht verhindert. "Sie werden von den Unternehmen oder ihren Aktionären bezahlt und nicht von den Personen, die für das Fehlverhalten verantwortlich sind."

Zudem müssten sich die Verfahren mit einer Bussenkompetenz den Prinzipien des Strafprozesses annähern und würden so komplizierter werden. "Dem Mehraufwand, der mit Bussen verbunden ist, stünde wahrscheinlich kein wesentlicher Mehrwert gegenüber."

(AWP/cash)