Firmenübernahmen - Italien will ausländische Übernahmeversuche erschweren

Die italienische Regierung will die Abwehrmöglichkeiten von Firmen gegen feindliche Übernahmevorstösse aus dem Ausland stärken.
14.10.2017 12:04
Flaggen von Italien und der Europäischen Union im toskanischen Städtchen Massa Marittima.
Flaggen von Italien und der Europäischen Union im toskanischen Städtchen Massa Marittima.
Bild: cash

Das Kabinett verabschiedete dazu am Freitag einen Erlass, der Investoren bei dem Aufbau eines Minderheitsanteils von mindestens zehn Prozent zwingt, ihre Absichten offenzulegen.

Zudem werden die Rechte der Regierung erweitert, Übernahmen von Hightech-Firmen durch Unternehmen ausserhalb der Europäischen Union zu blockieren. "Italien ist ein Land, dass offen ist für internationale Investments, aber es fordert, das Investoren die regeln respektieren, und wir schützen unsere nationalen Interessen wie alle grossen Volkswirtschaften", erklärte Industrieminister Carlo Calenda.

Hintergrund sind Sorgen, dass immer mehr italienische Unternehmen in ausländische Hände fallen. So steht der französische Medienkonzern Vivendi seit längerem unter genauerer Beobachtung. Er hat beim italienischen TV-Konzern Mediaset einen Anteil von rund 29 Prozent und bei Telecom Italia von 24 Prozent erworben, strebt nach eigenen Angaben aber keine feindliche Übernahme an.

Der neue Erlass gilt aber nicht rückwirkend. Zu den grössten Deals ausländischer Unternehmen zählte zuletzt der 7,1 Milliarden Euro schwere Kauf des Reifenherstellers Pirelli durch ChemChina.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte zudem vorigen Monat gefordert, europäische Firmen aus der Technologie, Energie- und Infrastruktur-Branche besser vor ungewollten Übernahmen durch Investoren aus China zu schützen.

(AWP)