Flughafen Genf muss Prozesse zur Entscheidungsfindung verbessern

Genf (awp/sda) - Der Flughafen Genf muss bei grossen Bauprojekten den Prozess der Entscheidungsfindung verbessern. Zu diesem Schluss kommt ein am Dienstag veröffentlichter Bericht des Genfer Rechnungshofes. Bis 2030 stehen Investitionen von 3 Mrd CHF am Flughafen an.
28.06.2016 17:53

Mit den Grossprojekten will der Flughafen Genf seine heutige Infrastruktur für die Zukunft rüsten. Bis 2030 wird mit einer Erhöhung der Anzahl Passagiere von 16 auf 25 Millionen gerechnet. Vor diesen Grossinvestitionen stellte der Rechnungshof nun Mängel bei der Führung fest.

Diese habe sich mit einem neuen Organisationsreglement zwar entwickelt, doch bei den Prozessen zur Entscheidungsfindung gebe es noch Verbesserungspotenzial. Heute entscheide der Verwaltungsrat nicht formell über jedes Grossprojekt, sondern nur global über die Investitionen über 10 bis 15 Jahre.

Auch ein Plan zur Entwicklung der Infrastrukturen mitsamt den Bauzeiten und den notwendigen finanziellen Mitteln fehle. Die Generaldirektion akzeptierte eine Reihe von 18 Empfehlungen durch den Rechnungshof.

UMSTRITTENE ENTZÜGE VON BADGES

Die Aufsichtsbehörde befasste sich auch mit dem juristisch heiklen Entzug der Badges von 33 Angestellten, die nun keinen Zutritt zum Rollfeld und zu sicherheitsrelevanten Bereichen mehr haben. Der Kanton begründete den Schritt mit Sicherheitsgründen nach den Terror-Anschlägen von Paris.

Der Rechnungshof wurde von den Grünen mit einer Untersuchung beauftragt, gab aber nur eine kurze Zusammenfassung ab. Seiner Ansicht nach stehen die Entzüge im Einklang mit dem Bundesrecht. Der Rechnungshof verwies allerdings auf eine bevorstehende Entscheidung durch die Justiz, weil sieben Angestellte Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht hatten.

(AWP)