Flughafen Zürich: Bundesrat hält an umstrittenen Südstarts fest

Am Flughafen Zürich soll sowohl bei Nebel als auch bei Bise in Richtung Süden gestartet werden: Der Bundesrat hat den Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) entsprechend genehmigt. Die Zürcher Regierung hatte vergeblich gefordert, weniger dieser neuen Südstarts geradeaus zuzulassen.
23.08.2017 13:40

Die grösste Herausforderung für den Flugbetrieb stelle heute vor allem der Betrieb bei Bise oder bei Nebel dar, hält der Bundesrat in einer Mitteilung vom Mittwoch fest. "Wird bei solchen Wetterlagen mit Südabflügen geradeaus gestartet, kann die Sicherheitsmarge deutlich verbessert werden."

Im angepassten SIL sind auch die Verlängerungen zweier Pisten aufgenommen worden, die seit langem angedacht sind. Dank der Verlängerung der Ostlandpiste 28 um 400 auf 2900 Meter sollen dereinst sämtliche Flugzeugtypen auch bei schlechteren Bedingungen aufsetzen können.

Heute müssen Langstreckenflugzeuge etwa bei Nässe auf den Südanflug ausweichen. Das Umstellen zwischen den verschiedenen Anflugrouten erhöht die Komplexität des Betriebes.

Die im SIL neu vorgesehenen Massnahmen tragen gemäss Bundesrat insbesondere dazu bei, die Sicherheitsreserven zu erhöhen. Es liessen sich zudem gewisse Kapazitätseinbussen kompensieren, welche in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen eingetreten sind.

Gestützt auf das am Mittwoch bewilligte SIL-Objektblatt kann die Flughafen Zürich AG nun ein entsprechendes Betriebselement ausarbeiten und beim Bund zur Genehmigung vorlegen.

Bis die Südstarts geradeaus kommen, dürfte es noch einige Zeit gehen: "Erfahrungsgemäss ist bis zur Einführung des neuen Betriebsreglements mit einem Zeithorizont von mehreren Jahren zu rechnen", schreibt der Bundesrat.

(AWP)