Flughafen Zürich: Verbände begrüssen "SIL-Kompromiss" mit Vorbehalten

Die Stellungnahme des Zürcher Regierungsrates zum Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) stösst bei Lärmbetroffenen auf vorsichtige Zustimmung: Dass die Regierung die Bedeutung der Nachtflugsperre betont und bei den Südstarts geradeaus zurückhaltend ist, kommt bei ihnen mehrheitlich gut an.
14.02.2017 15:49

So unterstützt die Allianz "Ballungsraum Flughafen Süd" in ihrer Stellungnahme "die Position des Regierungsrats in allen Punkten". Sie lobt unter anderem, dass die Regierung "keine Südstarts zur Kapazitätssteigerung" will und sich auch gegen die im SIL-Entwurf vorgesehenen Südstarts bei Nebel ausgesprochen hat.

Allerdings geht der Allianz sowie den weiteren Organisationen im Süden des Flughafens der Regierungsrat zu wenig weit: Dass dieser die Südstarts geradeaus zumindest bei Bise zulassen will, verstehen sie nicht. "Lärm ist nicht nur lästig, Lärm macht krank", schreibt die Allianz und das Fluglärmforum Süd hält fest, dass "Südstarts geradeaus grundsätzlich abzulehnen sind".

Der Verein "Flugschneise Süd - Nein" und die Stiftung gegen Fluglärm anerkennen zwar den Versuch der Regierung, "die sozialen Schäden durch Südstarts zu begrenzen, finden ihn aber ungenügend". Es glaube niemand daran, dass es am Ende bei bloss 20 Bisentagen im Jahr bleiben werde. "Eine einmal frei gegebene Route wird auch benützt."

Für den Gemeindezusammenschluss "Region Ost" ist es hingegen unverständlich, dass der direkte Südstart nur bei Bise, nicht aber bei Nebel angewendet werden soll. "Denn auch bei Nebel könnte mit Südstarts geradeaus gleichzeitig die Sicherheit erhöht und die Pünktlichkeit erhöht werden." Der Verzicht auf Nebel-Südstarts sei wohl "als Kompromiss gegenüber dem Süden zu deuten".

Dass der Regierungsrat griffige Massnahmen zur Einhaltung der Nachtflugsperre fordert, begrüsst die "Region Ost". Auch das Fluglärmforum Süd spricht diesbezüglich von einem "klaren Signal": Der Flughafen müsse endlich die Nachtruhe einhalten.

cf/

(AWP)