Folgen für den Hypothekarmarkt - Bundesrat will Schraube bei Grosskrediten anziehen

Der Bundesrat will die Regeln für die Klumpenrisiken der Banken verschärfen. Die Maximalgrösse von einzelnen Krediten der Banken wird gesenkt.
08.04.2017 08:55
Das Bundeshaus in Bern: Die Verordnung geht nun in die Vernehmlassung.
Das Bundeshaus in Bern: Die Verordnung geht nun in die Vernehmlassung.
Bild: Pixabay

Damit soll das Risiko reduziert werden, dass eine Bank wegen des Ausfalls eines Grosskredits in Schieflage gerät oder sogar pleite geht.

Gemäss der überarbeiteten Eigenmittelverordnung dürfen Grosskredite und grosse Investments neu maximal 25% des Kernkapitals anstatt bisher des Gesamtkapitals einer Bank betragen, wie die Eidg. Finanzmarktaufsicht Finma am Freitag in einem Communiqué bekannt gab. Das gilt neu auch gegenüber Gemeinden.

Überschreitungen der 25%-Obergrenze seien nicht mehr zulässig. Dabei würden insbesondere für Wohnliegenschaftsfinanzierungen die heutigen, weitreichenden Ausnahmen wegfallen, schrieb die Finma. Gleichzeitig werden die Limiten für Positionen in Schweizer Pfandbriefen gesenkt.

Leverage Ratio für alle Banken

Zudem will die Regierung nach den Grossbanken auch dem Rest der Branche eine maximale Verschuldungsquote vorschreiben. Diese Leverage Ratio genannte Obergrenze solle bei 3% liegen. Damit muss das Kernkapital einer Bank mindestens 3% des Gesamtengagements ausmachen.

Dieser Wert entspreche den Vorgaben der internationalen Bankenvorschriften Basel III, hiess es. Bei den fünf grössten Banken der Schweiz wie beispielsweise UBS und Credit Suisse sind die Kapitalvorschriften strenger.

Zu dieser überarbeiteten Eigenmittelverordnung hat das Eidg. Finanzdepartement (EFD) die Vernehmlassung eröffnet, die bis zum 14. Juli läuft. Die Finma ihrerseits hat das Rundschreiben über die Risikoverteilung angepasst. Die revidierten Vorschriften für die Höchstverschuldungsquote soll 2018 in Kraft treten, die Vorschriften zur Risikoverteilung 2019.

Folgen für Hypotheken

Die Festlegung der Leverage Ratio bei 3% habe kaum Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Schweizer Banken, hiess es im Bericht des EFD. Faktisch sei die Höchstverschuldungsquote bereits 2013 eingeführt worden. Ende Juni 2016 hätten bis auf 4 alle der über 250 Banken in der Schweiz die Mindestanforderung von 3% erfüllt.

Bei der neuen Obergrenze für Klumpenrisiken sind die Folgen grösser. Mehrere Banken würden die Obergrenze bei der Finanzierung von Wohneigentum überschreiten, hiess es bei der Finma.

(AWP)