Forschungsbeiträge des Bundes nehmen wieder zu

Bern (awp/sda) - Der Bund hat im Jahr 2015 rund 2 Mrd CHF für Forschung und Entwicklung aufgewendet, 4% mehr als im Vorjahr. Das ist vor allem mit den damals tiefen Beiträgen an internationale Forschungsprogramme zu erklären.
14.07.2016 11:55

Die Beiträge sanken 2014 um 7%, weil die Schweiz nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative die Ausweitung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien vorerst auf Eis legte. Daraufhin sistierte die EU die Beteiligung der Schweiz an EU-Forschungsprogrammen.

Im Jahr 2015 beteiligte sich die Schweiz teilweise wieder an den den EU-Programmen. Damit stiegen die Forschungsbeiträge des Bundes an, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Sie lagen aber unter jenen im Rekordjahr 2012, als der Bund 2,1 Mrd in Forschung investierte.

GELDER AUS EU-FONDS

Mit dem Abkommen über eine Teilassoziierung werden Schweizer Forschende für einen Teil der Programme wieder direkt über den europäischen Fonds unterstützt. Ratifiziert die Schweiz bis im Februar das Protokoll zur Ausweitung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien, ist sie wieder vollassoziiert. Sonst wird sie ausgeschlossen.

Mit den Beiträgen des Bundes soll die Forschung und Entwicklung auf nationaler und internationaler Ebene gefördert werden. Die ans Ausland bezahlten Beiträge machten im vergangenen Jahr 25% der gesamten Aufwendungen aus. In der Schweiz zahlt der Bund zum Beispiel Beiträge an den Schweizerischen Nationalfonds und an nationale Forschungsinstitute.

LANDWIRTSCHAFT AN ERSTER STELLE

Hinzu kommt jene Forschung, die der Staat selber durchführt oder finanziert. Hier fliessen die meisten Beiträge in die Landwirtschaftsforschung. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Aufwendungen dafür um 5% zu.

An zweiter Stelle folgt der Bereich "Gesellschaftliche Strukturen und Beziehungen". Die Aufwendungen für den Bereich "Gesundheit" sind weiter zurückgegangen. Sie beliefen sich 2015 auf 9 Mio CHF. Das sind 14% weniger als 2014 und 32% weniger als 2012.

Kaum verändert hat sich im vergangenen Jahr der Personalbestand. 2015 waren in der Bundesverwaltung 1857 Personen in der Forschung und Entwicklung beschäftigt, die sich auf 909 Vollzeitäquivalente verteilten. Das sind 1% mehr als im Vorjahr. Der Frauenanteil belief sich auf 40%.

Die Mittel für die Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) und die Grundbeiträge für die Universitäten sind in dieser Statistik nicht berücksichtigt.

(AWP)