Franken wertet nach Renzi-Rücktritt zum Euro auf

Der Ausgang des italienischen Verfassungsreferendums belastet den Euro-Kurs zum Franken.
05.12.2016 07:40
Politische Krisen in Euro-Ländern führen in der Regel zum Aufwertungsdruck auf den Franken.
Politische Krisen in Euro-Ländern führen in der Regel zum Aufwertungsdruck auf den Franken.
Bild: Bloomberg

Der Euro fiel in der Nacht zum Montag auf 1,0719 Franken. Eine leichte Erholung hat aber bereits eingesetzt und der Kurs steht zur Stunde bei 1,0725 Franken. Am Freitag hatte der Kurs noch 1,0781 Franken betragen.

Der Euro erholte sich am Morgen von seinen anfänglich etwas deutlicheren Verlusten und lag nicht einmal mehr 1 Prozent im Minus. Ein Euro kostete zuletzt 1,0563 US-Dollar. In Reaktion auf den Ausgang der Abstimmung in Italien war die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich fast bis auf 1,0506 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit März 2015.

Bankenkrise lastet auf Italien

Ungewiss ist, wie es weitergeht. Das Nein von fast 60 Prozent der Italiener zur geplanten Staatsreform von Premierminister Matteo Renzi wird indirekt auch als Misstrauensvotum gegen den Euro gewertet. Vor allem die junge Bevölkerung macht die Einheitswährung für ihren sinkenden Lebensstandard verantwortlich.

Zudem lastet eine schwere Bankenkrise auf dem Land, welche die Regierung in Rom wegen der Regeln der Regeln der Eurozone nur schwer bekämpfen kann: Grundsätzlich ist eine Staatsrettung der Banken nicht erlaubt. Italien sträubt sich aber auch gegen den Gedanken, dass die Banken unter EU-Aufsicht gestellt werden könnten.

Märkte reagieren relativ besonnen

Alles in allem fiel die Reaktion an den Finanzmärkten deutlich verhaltener aus als zum Beispiel bei der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten im November oder dem Brexit-Votum in Grossbritannien im Juni. Im Gegensatz zu den US-Wahlen und zum britischen Referendum fehlte beim italienischen Referendum der Überraschungseffekt: Sämtliche Umfragen vor der Abstimmung deuteten auf ein Nein hin.

Auch an den Aktienmärkten waren die Abschläge moderat. In Tokio stand der Nikkei-Index für 225 führende Werte im späten Handel ein knappes Prozent im Minus bei 18 261 Punkten. Unter den zehn grössten Verlierern waren auch einige Finanzwerte, darunter die Grossbank Mitsubishi UFJ . Bankaktien reagieren besonders sensibel auf Krisen. In Südkorea, Hongkong, Australien und Taiwan lagen die Verluste der Leitindizes bei jeweils unter 0,3 Prozent.

(cash/Reuters)