Frankreich hebt Defizitprognosen an

Infolge schlechterer Wirtschaftsaussichten rechnet Frankreich für das kommende Jahr mit einem höheren Staatsdefizit als bislang geplant. Die Regierung erwartet für 2019 nun ein Defizit von 2,8 Prozent der Wirtschaftsleistung, wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Dienstag unter Berufung auf das Wirtschafts- und Finanzministerium berichtete. In einem im April an die EU-Kommission gemeldeten Finanzplan hatte Paris noch auf ein Minus von 2,4 Prozent gesetzt.
11.09.2018 20:22

Die EU-Spielregeln erlauben maximal ein Defizit von drei Prozent der Wirtschaftsleistung; diese Vorgabe würde Frankreich den Plänen zufolge weiterhin erfüllen. Das Land hatte 2017 ein Defizit von 2,6 Prozent und war damit erstmals seit 2007 unter der Drei-Prozent-Schwelle geblieben. Die EU-Finanzminister hatten deshalb im Juni das Verfahren gegen Frankreich wegen zu hoher Haushaltsdefizite offiziell beendet.

Das Thema ist für den französischen Staatschef Emmanuel Macron wichtig: Er hat die Sanierung der französischen Finanzen zu einem zentralen Punkt seines Programms gemacht, auch um Vertrauen in Berlin zurückzugewinnen.

Für dieses Jahr rechnet Paris nun wie schon vor einigen Wochen bekanntgeworden mit einem Staatsdefizit von 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 0,3 Prozentpunkte mehr als noch im Frühjahr erwartet. Frankreichs Statistiker sagen für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent voraus, im Frühjahr hatte die Regierung noch auf 2,0 Prozent gesetzt./sku/DP/men

(AWP)