Frankreichs Regierung will Steuern 2018 um 11 Mrd EUR senken

Die französische Regierung will Bürger und Unternehmen im kommenden Jahr bei den Steuern um fast 11 Milliarden Euro entlasten. "Wir wollen einen steuerlichen Schub für Investitionen, Beschäftigung und Wachstum auslösen", sagte Premierminister Edouard Philippe der Zeitung "Les Echos" (Mittwoch). Das Land leidet seit langem unter einer hohen Arbeitslosigkeit.
12.07.2017 06:34

Neben Veränderungen bei der Wohnungs- und der Vermögensteuer soll die Unternehmenssteuer sinken. Präsident Emmanuel Macron will sie bis 2022 von 33,3 auf 25 Prozent drücken, ein erster Schritt ist nun für 2018 vorgesehen. Insgesamt will die neue Regierung die Steuerlast in den kommenden fünf Jahren um rund 20 Milliarden Euro senken. Dass davon mehr als die Hälfte im kommenden Jahr erfolgen soll, ist deutlich mehr als Philippe noch vor wenigen Tagen angekündigt hatte. Am Mittwoch beginnen Vorberatungen mit dem Parlament zur Haushaltspolitik.

Zugleich hat die Regierung zugesagt, schon in diesem Jahr die europäische Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung einzuhalten. Haushaltsminister Gérald Darmanin hatte deshalb für 2017 Einsparungen von 4,5 Milliarden Euro quer durch die Ministerien angekündigt. Frankreich verstösst seit Jahren gegen die europäische Vorgabe. Philippe sagte, die Regierung peile für 2018 ein Defizit von 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an./sku/DP/mis

(AWP)