Französischer Minister fordert Einhaltung von Zusagen bei Opel-Übernahme

(Ausführliche Fassung) - Bei der geplanten Übernahme von Opel durch die PSA-Gruppe müssen nach Auffassung des französischen Wirtschafts- und Finanzministers Michel Sapin Bedingungen eingehalten werden. Dabei gehe es vor allem um die Beschäftigung, sagte Sapin am Mittwoch in Paris nach einem schon länger geplanten Treffen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und dem polnischen Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Mateusz Morawiecki.
22.02.2017 18:36

Sapins Wort hat Gewicht, da der französische Staat mit rund 14 Prozent bei PSA mit den Marken Peugeot und Citroën beteiligt ist.

"Das ist ein Geschäft, das einen Gewinn für den einen und den anderen bringen kann", sagte Sapin. Er werde am Donnerstag mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) sprechen und dann ausführlicher Stellung nehmen.

Es gebe einen Dialog mit den Spitzen der Autobauer, damit alle Verpflichtungen im Bereich der Beschäftigung bestätigt würden. Er forderte "transparente Kontakte" zwischen den Verantwortlichen von PSA und Opel. Der Sozialist kritisierte, dass er nicht früh genug von dem Konzern über das Kaufvorhaben informiert wurde.

PSA hatte in der vergangenen Woche überraschend angekündigt, Opel von General Motors übernehmen zu wollen. Auch in Berlin hatte es auf Regierungsebene zunächst Irritationen gegeben.

Morawiecki, der in seinem Land auch Vizegierungschef ist, sagte, er habe Kontakte mit den Regierungen in Berlin und Paris. "Es besteht die Hoffnung, einen grossen Automobilakteur in Europa aufzustellen", sagte der Pole laut einer offiziellen Übersetzung. Wichtig sei der soziale Dialog. Die polnischen Standorte seien sehr wettbewerbsfähig.

PSA will am Donnerstag seine Geschäftszahlen für 2016 vorlegen, es wird erwartet, dass Konzernchef Carlos Tavares auch zu dem Übernahmevorhaben Stellung nimmt./cb/DP/stb

(AWP)