Fraport und Lufthansa nähern sich im Streit an

Im Gebühren-Streit am Frankfurter Flughafen versuchen die Lufthansa und der Betreiber Fraport aufeinander zuzugehen. "Wir haben uns in wichtigen Punkten angenähert. Aber es gibt noch keine Lösung oder konkrete Ergebnisse", sagte ein Lufthansa-Sprecher am Montag. Am Sonntag hatten sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Fraport-Chef Stefan Schulte in Wiesbaden mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) getroffen.
24.04.2017 16:07

Laut Bouffier wollen beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit ausbauen. Geplant seien gemeinsame Projekte und verbesserte Prozesse am Flughafen. Beide Unternehmen wollten in einer Arbeitsgruppe das weitere Vorgehen abstimmen, "und zwar in einem überschaubaren Zeitraum", sagte er. Inwieweit es auch eine Annäherung bei dem umstrittenen Rabatt-Modell für neue Flugstrecken gab, blieb offen. Der Lufthansa zufolge gibt es bereits weitere Gesprächstermine.

Hintergrund des Streits sind ein neues Rabatt-Modell von Fraport und vereinfachte Abläufe am Flughafen, von denen besonders der Fraport-Neukunde Ryanair profitiert. So gewährt der Flughafen Airlines seit diesem Jahr Nachlässe für die Passagierentgelte auf neu eröffneten Strecken. Alteingesessene Fluglinien wie Lufthansa und Condor hatten gegen die neuen Konditionen heftig protestiert. Die Lufthansa erwägt nun, im kommenden Jahr auch ihre Billigmarke Eurowings in Frankfurt antreten zu lassen.

Fraport-Chef Schulte will den Billigfluganteil in Frankfurt kräftig ausbauen, um den Flughafen an dem wachsenden Markt teilhaben zu lassen. Zuletzt kam der Flughafen nur auf einen Billigflug-Anteil von etwa vier Prozent. Schulte kann sich einen Anstieg auf zehn Prozent vorstellen./stw/men/stb

(AWP)