Frauenfrage rückt nach Bundesratsrücktritt in den Vordergrund

Nach dem Rücktritt von Bundesrat Johann Schneider-Ammann lässt sich die FDP nicht in die Karten blicken. Auch mögliche Kandidaten halten sich bedeckt. Der Ruf nach einer Frauenkandidatur wird aber auch in der FDP lauter.
25.09.2018 15:23

Die Partei werde am (morgigen) Mittwoch über das weitere Vorgehen informieren, sagte FDP-Parteipräsidentin Petra Gössi in der Wandelhalle des Bundeshauses. Die Kantonalparteien könnten bis zum 24. Oktober allfällige Kandidaturen einreichen. Gössi wollte sich nicht zum Profil für die Nachfolge Schneider-Ammanns äussern.

Zu ihren eigenen Ambitionen hielt sich die Schwyzer Nationalrätin ebenfalls bedeckt. Im August hatte sie in einem Interview aber erklärt, sie kandidiere nicht selber. Sie wolle das ihrer Partei im Wahljahr 2019 nicht antun, begründete sie den Verzicht.

Auch für den Berner Nationalrat Christian Wasserfallen ist es noch zu früh, um über die Nachfolge zu diskutieren. "Wir müssen erstmals eine Nacht darüber schlafen und seinen Rücktritt würdigen", stellte er fest. Die FDP habe genug gute Männer und Frauen für einen künftigen Bundesrat.

Forderung nach Frauenkandidatur

Eine andere Partei stellt aber bereits Forderungen an neue Kandidaten. Nationalrat Balthasar Glättli (Grüne/ZH) schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, die Grünen erwarteten von der FDP eine Auswahl von zwei "fähigen Kandidatinnen". Die Partei kündigte bereits an, diejenige Kandidatin zu wählen, welche sich am stärksten für soziale und ökologische Anliegen einsetze.

Doch auch in der FDP wird der Ruf lauter nach einer Frauenvertretung im Bundesrat. Die Zürcher Nationalrätin Doris Fiala hatte schon bei der Ersatzwahl für Didier Burkhalter auf eine neue Bundesrätin gepocht. Nach dem Rücktritt von Schneider-Ammann sagte sie: "Ich möchte unbedingt eine Frau in den Bundesrat bringen."

Auch der Ausserrhoder Ständerat Andrea Caroni (FDP/AR) sagt, es würde der Partei gut anstehen, im Bundesrat noch stärker mit Frauen vertreten zu sein. Caroni betonte, das Geschlecht sei sicherlich ein wichtiges Kriterium. Im Zentrum stünden aber die Kompetenzen und Fähigkeiten eines künftigen Bundesrats.

Gerne sähe es Caroni auch, wenn die Ostschweiz in Zukunft im Bundesrat vertreten wäre. Beide Kriterien erfüllen würde die St. Galler Ständerätin und frühere Regierungsrätin Karin Keller-Sutter, die als Favoritin gilt. Ob sie antreten wird, ist unklar.

(AWP)