Für Firmen ist der Euro ein «Teuro»

Firmen machen derzeit einen Bogen um die Gemeinschaftswährung, da sie ihnen zu stark ist. Sie hoffen auf Rückschläge, um ihre Euro-Kassen zu füllen.
19.02.2014 08:16
Von Lorenz Burkhalter
Noch haben viele europäische Firmen ihren Euro-Bedarf nicht gedeckt.
Noch haben viele europäische Firmen ihren Euro-Bedarf nicht gedeckt.
Bild: iNg

Für europäische Wirtschaft wird der starke Euro immer mehr zu einem Problem. Insbesondere für die vom Export abhängigen Unternehmen haben zunehmend an der festen Heimwährung zu beissen. Deshalb werden erste Stimmen laut, welche ein entschiedenes Handeln der Europäischen Zentralbank (EZB) fordern.

Merrill Lynch hat die Kapitalströme europäischer Unternehmen der letzten Jahre unter die Lupe genommen. Seit EZB-Präsident Mario Draghi im Dezember vor zwei Jahren verbal zu Gunsten des Euros interveniert habe, hätten insgesamt zwar wieder mehr Unternehmen ihre im Ausland erzielten Erträge über Euro-Käufe auf Termin abgesichert.

Allerdings liege das Volumen solcher Absicherungstransaktionen noch immer deutlich unter den Durchschnittswerten vergangener Jahre. Dass europäischen Firmen der Glaube an eine auf längere Sicht starke Heimwährung fehle, spreche auf absehbare Zeit gegen einen schwächeren Euro, so das amerikanische Institut.

Europäische Unternehmen zukünftig Käufer des Euros

Grundsätzlich seien europäische Unternehmen beim Euro in Rückschläge hinein als Käufer auszumachen und nur in starken Euro-Phasen treten sie als Verkäufer auf. Dass sich viele Firmen ihren Bedarf an der Heimwährung noch nicht vollständig gesichert haben, wertet Merrill Lynch grundsätzlich positiv.

Auf längere Sicht rechnen die Amerikaner zwar mit einem gegenüber dem Dollar schwächeren Euro. Mit der Ausnahme einer geldpolitischen Lockerung durch die Europäische Zentralbank spreche vorerst aber nichts für einen schwächeren Euro. Und selbst in diesem Fall sei wahrscheinlich, dass europäische Unternehmen sich gegen den Wind stellen und jegliche Rückschläge als Kaufgelegenheit nutzen würden.