G20-Minister setzen Beratungen fort - Handelsthema noch offen

Baden (awp/sda/reu) - Die Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) haben am Samstag in Baden-Baden ihre Beratungen wieder aufgenommen. Im Zentrum der Interessen steht ein Kompromissvorschlag für eine Einigung im Handelsstreit mit den USA.
18.03.2017 12:18

Nach Angaben aus Delegationskreisen liege ein entsprechender Vorschlag auf dem Tisch. Derzeit werde versucht, eine Verständigung herbeizuführen.

Streitpunkt in Hinblick auf die Handelspolitik ist vor allem, ob die G20 sich zu einem regelgebundenen System auf Basis multilateraler Vereinbarungen bekennt, wie es etwa China und die Europäer wollen, oder zu internationalen Abmachungen auf zweiseitiger Ebene, wie es die neue US-Regierung will. Für die USA ist dabei die Forderung nach Fairness und Ausgewogenheit der internationalen Handelsbeziehungen entscheidend.

Üblicherweise bekennt sich die G20 in ihrer gemeinsamen Abschlusserklärung zum Freihandel und erteilt wirtschaftlicher Abschottung und Protektionismus eine Absage. Der seit knapp zwei Monaten amtierende US-Präsident Donald Trump jedoch hatte mehrfach betont, er werde in seiner Handels- und Steuerpolitik amerikanische Interessen über alles stellen.

Dass am Ende auf das Thema Handel in der Abschlusserklärung des zweitägigen Treffens ganz verzichtet wird, was Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble zuvor als Möglichkeit angesprochen hatte, gilt inzwischen in G20-Kreisen als unwahrscheinlich.

Die Abschlusserklärung soll am Nachmittag zum Ende der Konferenz veröffentlicht werden. In dem Gros der anderen Themenfeldern, etwa zur Weltwirtschaft, zur geplanten Investitionspartnerschaft mit afrikanischen Ländern und vielem mehr, gibt es inzwischen Einvernehmen. Neben dem Handel bleibt allerdings noch das Thema Klimaschutz, das strittig ist und womöglich nicht mehr in der Abschlusserklärung auftaucht.

(AWP)