G20: Russland kritisiert Trumps Handels- und Klimapolitik

Wenige Tage vor dem Beginn des G20-Gipfels in Hamburg hat sich die russische Delegation in Fragen der Klima- und Handelspolitik deutlich von den USA distanziert. "Russland hat nicht vor, den Pariser Klimavertrag zu verlassen oder in irgendeiner Weise die Verpflichtungen infrage zu stellen, die wir übernommen haben. Der Vertrag ist unterschrieben, er ist in Kraft", sagte die russische G20-Chefunterhändlerin Swetlana Lukasch den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). "Wir sind überzeugt, dass Russland zu den Führern des Klimaschutzes gehört, weil wir schon unsere Vorgaben im Rahmen des Kyoto-Protokolls übererfüllen."
04.07.2017 06:36

Unter Präsident Donald Trump hatten die USA - nach China weltweit der zweitgrösste CO2-Verursacher - ihren Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt. Lukasch nannte dies "bedauerlich". Mit dem Regelwerk will die Weltgemeinschaft die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad halten im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter

Kritische Worte fand Lukasch auch für die Handelspolitik der US-Regierung. "Wir sind überzeugt, dass Protektionismus am Ende nur die Bereiche und Entwicklungen hemmt, zu deren Schutz solche Massnahmen getroffen werden", sagte sie. "Ich denke, auch die amerikanische Regierung wird auf den Weg zum freien internationalen Handel zurückkehren."

Bundeskanzlerin und Gipfel-Gastgeberin Angela Merkel hatte Trumps Klima- und Handelspolitik ebenfalls mehrfach deutlich kritisiert, ohne seinen Namen zu nennen./mk/DP/zb

(AWP)