G7: Merkel und Macron: Verstärkter Anti-Terrorkampf in Westafrika

Die sieben grossen Industrienationen (G7) wollen stärker als bisher gegen islamistischen Terrorismus in Westafrika vorgehen. Das kündigten Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron am Sonntag beim G7-Gipfel im französischen Biarritz an.
25.08.2019 19:10

"In der Sahel-Region lautet unsere Herausforderung, effektiv gegen den Terrorismus zu kämpfen", sagte Macron. Er trat am Rande des Gipfels gemeinsam mit Merkel und dem Vorsitzenden der Regionalorganisation G5-Sahel, dem Staatspräsident von Burkina Faso, Roch Marc Kaboré, auf. Macron stellte zusätzliche finanzielle Unterstützung in Aussicht, nannte aber keine Details.

Merkel sagte: "Entwicklung ohne Sicherheit ist nicht möglich, und deshalb müssen wir die Sicherheit stärken." Die deutsch-französische Initiative werde von allen G7-Ländern unterstützt. Die Aufgabe heisse, im Bereich von Logistik, Ausrüstung und Ausbildung auf die Bedürftnisse der Sahel-Region einzugehen. "Es geht jetzt hier nicht direkt darum, dass wir mehr Truppen senden", sagte Merkel.

Zu der G5-Gruppe zählen neben Burkina Faso auch Mali, Niger, Mauretanien und Tschad. Die Lage in den Kern-Sahelstaaten verschlechtert sich zusehends. So wurden 2015 in Burkina Faso noch vier Angriffe islamistischer Terroristen registriert, 2018 waren es schon 160. Zu den G7 gehören neben Deutschland und Frankreich die USA, Grossbritannien, Kanada, Japan und Italien. In Mali sind über 800 Bundeswehrsoldaten im Rahmen der UN-Mission Minusma stationiert. Frankreich setzt in Westafrika über 4000 Soldaten im Antiterrorkampf ein.

Deutschland und Frankreich wollen in den kommenden Monaten eine internationale Partnerschaft für mehr Sicherheit und Stabilität in der Sahel-Zone südlich der Sahara ins Leben rufen. Dabei soll es nicht um zusätzliche Truppen, sondern um Ausbildungshilfe, Ausrüstung und Beratung gehen. Offiziell gegründet werden soll die Plattform bei einem Staatentreffen noch in diesem Jahr./bk/mfi/cb/DP/fba

(AWP)