G7/Trump: Nordkoreas Raketentests sind kein Verstoss gegen Vereinbarung

US-Präsident Donald Trump hat sich "nicht glücklich" über Nordkoreas jüngste Raketentests geäussert, aber die Bedeutung heruntergespielt. Obwohl UN-Resolutionen dem stalinistischen Staat Tests mit ballistischen Raketen untersagt, sagte Trump am Sonntag auf dem G7-Gipfel im französischen Biarritz über Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un: "Er verstösst nicht gegen eine Vereinbarung." Er habe vergangene Woche "einen sehr schönen Brief" von Kim erhalten, sagte Trump bei einem Treffen mit Japans Ministerpräsident Shinzo Abe.
25.08.2019 15:12

Nordkorea hatte am Samstag unmittelbar vor dem Gipfel der sieben grossen Industrienationen (G7) erneut Raketen getestet. Die selbst erklärte Atommacht hat dabei nach eigenen Angaben ein "neu entwickeltes supergrosses" Mehrfachraketenwerfersystem erprobt. Südkoreas Streitkräfte vermuten, dass es sich erneut um zwei ballistische Kurzstreckenraketen handelte. Es war das siebte Mal seit Ende Juli, dass Nordkorea Raketen oder Lenkwaffen getestet hat.

Tests mit ballistischen Raketen jeglicher Reichweite sind dem Land, das mehrfach Atombomben getestet hat, durch UN-Resolutionen untersagt. Derartige Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

"Ich bin zuversichtlich, dass Kim Jong Un, den ich gut kennengelernt habe, am Ende das Richtige tun wird", gab sich Trump zuversichtlich. "Wir werden sehen. Vielleicht nicht, vielleicht. Aber ich glaube, am Ende wird er das Richtige tun." Nordkoreas Machthaber verstehe, dass sein Land ein grosses wirtschaftliches Potenzial habe.

Drei Treffen zwischen Trump und Kim in Singapur, Hanoi und zuletzt Ende Juni in der demilitarisierten Zone an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea hatten allerdings bislang keine Fortschritte bei der angestrebten atomaren Abrüstung des isolierten Landes gebracht./lw/cy/DP/fba

(AWP)