Gabriel: Scheitern eines Brexit-Deals schadet vor allem Briten

Bundesaussenminister Sigmar Gabriel sieht das Risiko eines Scheiterns bei den Brexit-Gesprächen vor allem bei den Briten. Das machte der Vizekanzler bei seinem Antrittsbesuch am Dienstag in London deutlich. "Jetzt kommt es darauf an, cool zu bleiben", sagte der SPD-Politiker in Anspielung auf die komplizierten Austrittsverhandlungen. Beide Seiten bräuchten sich.
04.04.2017 17:18

Sollte aber Grossbritannien nach zwei Jahren ohne Einigung ausscheiden, würde das vor allem die Briten treffen. Der britische Aussenminister Boris Johnson konterte: "Falls wir keinen Deal hinbekommen, dann wird Grossbritannien trotzdem überleben."

Gabriel will auch nach dem EU-Austritt Grossbritanniens ein gutes Verhältnis zu London pflegen. "Es ist wie bei jeder Scheidung: Es wird erst richtig schwer werden und dann wieder leichter."

Gabriel zeigte sich damit etwas milder als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der kurz zuvor vor dem Europaparlament in Strassburg den EU-Austritt Grossbritanniens scharf kritisiert hatte. "Es ist unverantwortlich zu sagen, in dieser Welt könne ein europäisches Land allein und ohne die EU seine Stimme hörbar machen oder seine wirtschaftlichen Interessen durchsetzen", sagte Steinmeier in seiner ersten grösseren Rede im Ausland als Bundespräsident./si/DP/jha

(AWP)