Gambia will Aufschwung mit Schweizer Technologie

Die Regierung von Gambia erhofft sich dank Schweizer Technologie einen Wirtschaftsaufschwung im westafrikanischen Land. Vorsichtig geschätzt glaube sie an ein potentielles Wachstum von 7 Prozent in diesem Jahr, sagt Handelsministerin Isatou Touray.
12.07.2017 15:00

Nach den Plänen der neuen Regierung unter Präsident Adama Barrow benötige Gambia über 90 Milliarden US-Dollar, um seine Wirtschaft nach 22 Jahren Diktatur wieder anzukurbeln, sagte Touray der Nachrichtenagentur sda am Rande einer Konferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf.

Nach dem Machtwechsel habe die Regierung im Januar eine Situation übernommen, in der das Land "nur noch zwei Monate vor dem Bankrott" stand. "Weil die Kassen leer sind, muss Gambia nun Wege finden, um seine Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen", sagte Touray. Das Land ist in Gesprächen mit der UNO, anderen internationalen Organisationen, Spendern und dem privaten Sektor, um finanzielle und politische Unterstützung zu erhalten.

Touray hatte an der WTO-Tagung von Dienstag bis Mittwoch zahlreiche Treffen vereinbart. "Mit der Schweiz möchte Gambia eine konstruktive Diskussion führen, um zu sehen, wie Bern der gambischen Wirtschaft helfen kann." Es gehe vor allem darum, Technologie zu importieren und sich von der guten Führung und dem Schweizer Finanz-Knowhow inspirieren zu lassen.

Die Regierung hat einen nationalen Entwicklungsplan für 2017-2021 gutgeheissen. "Wir müssen realistisch sein", sagte Touray, machte jedoch deutlich, dass ein Wachstum von 7 Prozent möglich sei.

Vom Internationalen Handelszentrums (ITC) unterstützt, strebt das Land eine Aufwertung der Landwirtschaft, des Tourismus, der Fischerei, der Rohstoffe, der Investitionen im Energiesektor oder der Autonomie der kleinen Unternehmer an.

Abkommen ratifiziert

Auf internationaler Ebene nimmt Gambia an einem Programm teil, das die weltweiten Exporte erhöhen soll. Vizepräsidentin Aja Fatoumata Jallow Tambajang präsentierte am Dienstag der WTO in Genf die Ratifizierung des Abkommens über Handelserleichterungen (TFA) durch ihr Land.

Das als Meilenstein geltende Abkommen dürfte die globalen Exporte um 1000 Milliarden Dollar jährlich anschieben. Die nötigen 110 Mitgliedsstaaten haben es im Februar ratifiziert.

(AWP)