GAV für Temporärmitarbeitende soll verlängert werden

Gewerkschaften und Arbeitgeber-Vertreter haben sich nach langwierigen Verhandlungen um den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für Temporärangestellte geeinigt. Der GAV soll nun bis 2020 verlängert werden. Zudem werden die Mindestlöhne angehoben.
04.10.2018 16:04

Die Sozialpartner haben sich auf eine Erhöhung in zwei Schritten geeinigt. Bis 2020 werden die Mindestlöhne um jeweils 60 bis 75 Franken angehoben, teilten die Arbeitnehmervertreter Angestellte Schweiz, Syna, Unia sowie der Arbeitgebervertreter Swissstaffing am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung mit.

Zudem wollen die Sozialpartner im neuen GAV ab 2021 das sogenannte Equal Minium Pay-Prinzip einführen. Das heisst, dass auch in Branchen, in denen der GAV nicht allgemeinverbindlich erklärt ist, dieselben Mindestlöhne bezahlt werden.

In Branchen, in denen der GAV allgemeinverbindlich erklärt ist, gelten für Temporärangestellte und Festangestellte bereits heute die gleichen Mindestlöhne. Eine Arbeitsgruppe, in der beide Seiten vertreten sind, prüft derzeit die Umsetzung und die Folgen dieses Prinzips.

Im vergangenen Frühling sind die Verhandlungen über den neuen GAV für den Personalverleih ins Stocken geraten. Der Zwist drehte sich um die Arbeitszeit. Zudem sprach Swissstaffing von einem zerbrochenen Vertrauensverhältnis durch Diskreditierungen in der Öffentlichkeit und in der Politik.

Vom GAV profitieren über 360'000 Arbeitnehmende. Geregelt sind Minimalstandards bei den Lohn- und Arbeitsbedingungen, Regelungen für die Weiterbildung, für die berufliche Vorsorge sowie eine Branchenlösung für die Krankentaggeld-Versicherung.

(AWP)