GE-Stellenabbau: Gewerkschaften fordern aktive Industriepolitik

Nach dem angekündigten Abbau von 1'400 Stellen bei General Electric (GE) im Aargau fordern kantonale Gewerkschaften vom Bund eine aktive Industriepolitik. Die Deindustriealisierung des Kantons Aargau müsse gestoppt werden.
07.12.2017 16:56

Es sei irritierend, dass der Stellenabbau in den Bereichen Engineering, Forschung und Entwicklung stattfinde, schreiben ArbeitAargau und der Aargauische Gewerkschaftsbund (AGB) am Donnerstag in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Offensichtlich sei es Bundesrat Johann Schneider-Ammann beim Treffen in Atlanta USA im Oktober nicht gelungen, die Nähe der Forschungsstätten wie das Paul Scherrer Institut (PSI) und die aargauische Hightech-Strategie als Standortvorteil für den Kanton zu vermitteln.

Daher sei es notwendig, dass der Bund eine Strategie für eine Industriepolitik aufbaue. Sonst werde der Aargau weiterhin abhängig sein von internationalen Konzernen, bei denen einzig der Profit im Vordergrund stehe. Dies habe auch Folgen für die Zulieferbetriebe, die das Rückgrat des Arbeitsmarkts im Aargau bilden würden.

ArbeitSchweiz und der AGB bezeichnen den Stellenabbau an den Standorten Baden, Birr und Oberentfelden als "schwarzen Tag für den Industriestandort". Die Massenentlassung entspringe keiner wirtschaftlichen Notwendigkeit.

REGIERUNG: "HARTER SCHLAG"

Der Aargauer Regierungsrat zeigte sich bereits kurz nach Ankündigung des Stellenabbaus bestürzt. Der Massenabbau ist gemäss Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann (SP) "ein harter Schlag für den Industrie- und Wirtschaftskanton Aargau".

Man verfolge das Ziel, die negativen Auswirkungen der GE-Restrukturierung auf den Industriestandort Aargau möglichst klein zu halten. Es sollten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass in Zukunft neue Tätigkeiten aus anderen Geschäftsbereichen aufgebaut würden, hält der Volkswirtschaftsdirektor fest.

UNTERSTÜTZUNG FÜR BETROFFENE VERSPROCHEN

Der Regierungsrat setzt sich nach eigenen Angaben zusammen mit den Arbeitnehmerorganisationen dafür ein, dass der Stellenabbau reduziert werden kann. Man werde das Mögliche unternehmen, um den von einer Entlassung betroffenen Mitarbeitenden zu helfen.

Der Regierungsrat erwartet gemäss eigenen Angaben von GE eine wirkungsvolle Unterstützung der vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden und einen grosszügigen Sozialplan.

Von einem "harten Schlag" spricht auch der Stadtrat von Baden in einer Stellungnahme. In der Stadt würden 1'100 Stellen abgebaut. Der Stadtrat zählt darauf, "dass die Entlassungen gemeinsam mit dem Kanton und der Stadt so sozialverträglich wie nur möglich erfolgen".

Dass die weltweiten GE-Hauptsitze von Power Services und Steam Power Systems in Baden verblieben und die Produktionsstandorte Birr und Oberentfelden erhalten würden, sei unter den gegebenen Umständen "zumindest ein positiver Hinweis für das Standortbekenntnis von GE".

(AWP)