Gedämpfter Zustrom von Grenzgängern im zweiten Quartal

Bern (awp/sda) - Die Schweiz bleibt für Arbeitspendler aus dem Ausland ein attraktives Pflaster, auch wenn sich der Zustrom abgeschwächt hat. Einzelne Regionen wie der Genferseeraum verzeichnen nach wie vor starke Zuwachsraten.
09.08.2016 15:10

Im zweiten Quartal 2016 waren schweizweit knapp 308'200 Grenzgängerinnen und Grenzgänger tätig. Das sind 3,3% mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres, wie die am Dienstag publizierten Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigen.

Ein tieferes Wachstum war letztmals im Jahr 2009 verzeichnet worden. Seither lag der Anstieg in allen Vergleichsquartalen über der Schwelle von 4%, 2012 gar über 7%. Insgesamt hat sich die Zahl der Grenzgänger in den letzten fünf Jahren um fast 47'000 Personen (18%) erhöht.

MAGNET GENFERSEERAUM

Gross bleibt die Anziehungskraft der Genferseeregion. Mit 5,4% liegt dort das Plus im zweiten Quartal nur leicht unter dem Vergleichswert des Vorjahres (5,8%). Mittlerweile sind in der Region fast 115'000 Grenzgänger beschäftigt, mehr als ein Drittel aller Arbeitspendler aus dem Ausland.

Die Nordwestschweiz, die ein Viertel aller Grenzgänger vereinigt, verzeichnete ein Plus von 4,2%. Zunahmen gab es auch in der Ostschweiz, in Zürich und der Zentralschweiz, doch fallen diese Regionen zahlenmässig weniger ins Gewicht. Rückläufig war die Grenzgängerzahl im Espace Mittelland (-1,1%).

RÜCKLÄUFIGER TREND IM TESSIN

Im Tessin hingegen nahm der Bestand der "Frontalieri" bereits zum vierten Mal in Folge ab. Nach einem Minus von 0,9 und 0,5 in den beiden Vorquartalen betrug der Rückgang per Ende Juni 2016 noch 0,6%.

Mit über 62'000 Personen reist aber im Südkanton nach wie vor mehr als ein Viertel aller Erwerbstätigen aus dem Ausland an - sehr zum Ärger der Einheimischen, die über Lohndumping und Verkehrsprobleme klagen. Die Kantonsregierung brachte deshalb unlängst die Einführung einer Schutzklausel ins Spiel.

In Italien rekrutieren Schweizer Unternehmen gemäss BFS etwas mehr als ein Fünftel (23%) aller Grenzgängerinnen und Grenzgänger. Mehr als die Hälfte (55%) der Berufspendler hat ihren Wohnsitz in Frankreich, ein Fünftel (19%) kommt aus Deutschland.

(AWP)