Geldgeber und Athen einigen sich auf weitere Sparmassnahmen

Athen sagt weitere Reformen zu und kann auf frisches Geld aus dem dritten Hilfsprogramm rechnen. Bald soll aber Schluss sein mit den Überweisungen der internationalen Geldgeber. Dann muss Athen wieder auf eigenen Füssen stehen.
03.12.2017 10:48

Griechenland und seine internationalen Geldgeber haben die Weichen für die Auszahlung weiterer Milliarden aus dem laufenden Hilfspaket für das klamme Euro-Land gestellt. Die Beratungen zu weiteren Reform- und Sparmassnahmen seien erfolgreich abgeschlossen worden, teilte der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos am Samstagabend in Athen mit.

Die EU-Kommission bestätigte die Einigung. Am (morgigen) Montag werden die Finanzminister der Eurogruppe die Vereinbarung prüfen. In wenigen Monaten, im August 2018, endet das dritte griechische Stabilisierungsprogramm.

Meilenstein bei Privatisierung

"Wir haben die Abfassung des Dokuments der Einigung auf technischer Ebene abgeschlossen", sagte Tsakalotos im Staatsfernsehen. Er rechnet damit, dass die nächste Tranche der Finanzhilfe für sein Land von gut fünf Milliarden Euro beim Treffen der Eurogruppe am 22. Januar freigegeben wird.

In der aktuellen Verhandlungsrunde mit den Geldgebern war ein Meilenstein im Bereich Privatisierungen erreicht worden: Vier der wichtigsten Kraftwerke der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft (DEI) sollen 2018 privatisiert werden.

Dies hatte nach mehrstündigen Verhandlungen der griechische Energieminister Giorgos Stathakis am Freitagabend bekannt gegeben. Das war eigentlich der grosse Brocken dieser Prüfung, hiess es aus Regierungskreisen.

Drittes Hilfpaket endet im August

Die Gewerkschaft der Elektrizitätsgesellschaft (GENOP DEI) kündigte Streiks an, um den Verkauf zu verhindern. "Wir leisten Widerstand", hiess es auf der Homepage der Gewerkschaft.

Im Mittelpunkt der aktuellen Kontrolle des griechischen Rettungsprogramms standen zudem Reformen beim Streikrecht, die Umsetzung von Sparmassnahmen in der Verwaltung sowie faule Kredite bei Banken in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro.

Das dritte Hilfspaket für Griechenland seit 2010 in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro läuft im August 2018 aus. Zuvor muss noch eine weitere, letzte Kontrolle abgeschlossen werden. Athen hofft, bis dahin das nötige Vertrauen an den Finanzmärkten zurückgewonnen zu haben, um sich wieder eigenständig Kapital beschaffen zu können.

(AWP)