Geldpolitik  - Die Nationalbank fasst den Negativzins nicht an

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) behält ihre expansive Geldpolitik bei. In ihrer Konjunkturprognose sind die Währungshüter etwas pessimistischer geworden.
13.12.2018 09:53
Von Marc Forster
Der Sitz der Nationalbank in Bern im französisch inspirierten bernischen Repräsentationsstil.
Der Sitz der Nationalbank in Bern im französisch inspirierten bernischen Repräsentationsstil.
Bild: Pixabay

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) halt an ihrer Zinspolitik unverändert fest. Das Zielband für den Dreimonats-Libor wollen die Währungshüter zwischen -0,25 und -1,25 Prozent belassen. Dies bedeutet, dass die Schweiz weiterhin mit einem Negativzins bei circa -0,75 Prozent leben muss. 

Zu Deviseninterventionen ist die SNB weiter bereit, wie sie mitteilt. Der Negativzins sowie die Bereitschaft der Nationalbank, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, seien unverändert notwendig. Die SNB sieht darin das probateste Mittel, Frankenanlagen unattraktiver zu machen und so die Aufwertung des Frankens zu begrenzen. 

Wortwahl bleibt gleich

Bestätigt wird ausserdem die Wortwahl mit Blick auf die Wechselkurse. Der Schweizer Franken sei nach wie vor "hoch bewertet", schreiben die Notenbanker. Bis im September 2017 war noch von einem "deutlich überbewerteten" Franken die Rede, dann wurde der Sprachgebrauch wegen der Abschwächung des Frankenkurses geändert.

Seit der letzten Lagebeurteilung im September habe sich der Franken handelsgewichtet leicht abgewertet. Diese Entwicklung sei vor allem eine Folge des stärkeren US-Dollars. Gegenüber dem Euro ist der Wert des Frankens laut Mitteilung praktisch unverändert. Generell bleibe die Lage am Devisenmarkt weiterhin fragil. Die aktuelle Geldpolitik sei daher unverändert notwendig.

Bei ihrer Konjunkturprognose ist die SNB etwas pessimistischer geworden. Aufs Jahr hochgerechntet schrumpfte die Schweizer Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent, liegt aber wegen des starken Wachstums in den Vorquartalen immer noch 2,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Nach mehreren sehr starken Quartalen sei mit einer Abschwächung der BIP-Dynamik zu rechnen gewesen.

Für das Gesamtjahr 2018 geht die Nationalbank nun von einem leicht tieferen BIP-Wachstum von rund 2,5 Prozent aus. Ähnlich wie im Ausland dürfte sich auch in der Schweiz die Wirtschaftsdynamik 2019 etwas abkühlen. Die Nationalbank rechnet für nächstes Jahr mit einem BIP-Wachstum von rund 1,5 Prozent.  Eine starke Abschwächung der internationalen Wirtschaft würde sich rasch auf die Schweiz übertragen. 

Ungleichgewichte am Immobilienmarkt

Die (bedingten) Inflationsprognosen für die Schweiz wurden gegenüber September nur leicht angepasst. Für 2018 wird die Inflation weiterhin bei 0,9 Prozent gesehen. Für 2019 geht die SNB neu von 0,5 Prozent aus (alt: 0,8), für 2020 von plus 1 Prozent (alt: +1,2 Prozent).

Wie üblich äussert sich die SNB auch zum Hypothekar- und Immobilienmarkt. Die Ungleichgewichte blieben bestehen, heisst es dort. Die SNB beobachtdie Entwicklung daher aufmerksam und prüfe regelmässig, ob der antizyklische Kapitalpuffer angepasst werden müsse.

Mit Material der Nachrichtenagentur AWP.