Geldpolitik Europa - Einige EZB-Mitglieder sehen QE-Grenze bei 2,5 Billionen Euro

Einige Geldpolitiker der Europäischen Zentralbank sehen im kommenden Jahr Spielraum für weniger als 200 Milliarden Euro an Käufen im Rahmen ihres Anleihekaufprogramms.
21.10.2017 09:08
Am Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Am Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Bild: Pixabay

Dies berichten mit der Angelegenheit vertraute Zentralbankvertreter. Der EZB werden unter den gegenwärtigen Regeln voraussichtlich bei knapp über 2,5 Billionen Euro die verfügbaren Anleihen ausgehen, sagten die Vertreter, die um Anonymität baten, da die Angelegenheit vertraulich sei. Da die Käufe bis Ende 2017 2,28 Billionen Euro erreichen dürften, konzentrierten sich die Gespräche auf die Verteilung der zusätzlichen Kapazitäten, sagten sie.

Eine solche Grenze liegt am unteren Ende der diskutierten Volumina, so dass auf den EZB-Rat am 26. Oktober eine potenziell schwierige geldpolitische Sitzung zukommt, da einige Mitglieder besorgt über ein Enden der quantitativen Lockerung sind, wenn die Inflation schwach bleibt. Die EZB kauft derzeit Anleihen im Volumen von 60 Mrd. Euro pro Monat, und Bloomberg berichtete am Freitag, dass sie erwäge, diese Käufe ab Januar um mindestens die Hälfte zu senken aber bis September zu verlängern, unter dem Vorbehalt, bei Bedarf mehr zu tun.

Der Rat hat offiziell nicht darüber diskutiert, wie das Programm verlängert werden soll, und das Direktorium muss seinen Vorschlag noch unterbreiten. Ein EZB-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Zwar gibt es genug Anleihen auf dem Markt, um der EZB zu ermöglichen, für 30 Mrd. Euro monatlich im Jahr 2018 Papiere zu kaufen, ohne ihre selbst auferlegten Beschränkungen zu verletzen. Allerdings gibt es bei einigen Währungshütern Bedenken, dass Anleger möglicherweise nicht bereit sind, die Anleihen zu verkaufen. Eine Reduzierung der monatlichen Käufe auf 25 Mrd. Euro, die sich über neun Monate auf 225 Mrd. Euro belaufen würden, könnten einige dieser Bedenken angehen, sagen die Vertreter.

Meinungen gehen auseinander

Einige Notenbanker befürworten zwar ein Bekenntnis, die Aktiva-Käufe endgültig einzustellen und argumentieren, dass die Bestände in den Büchern die Hauptquelle der Stimuli seien. Indes sagen andere, dass die monatlichen Kapitalflüsse beibehalten werden müssen, bis sich die Euroraum-Inflation klar etabliert hat.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagte diese Woche in Washington gegenüber Journalisten, dass er keine Notwendigkeit sehe, die geldpolitischen Impulse weiter auszubauen, insbesondere, weil die Geldpolitik auch nach Ende der Netto-Aktivakäufe aussergewöhnlich akkommodierend bleiben werde.

Der französische Zentralbankchef Francois Villeroy de Galhau sagte vor einer Woche, niemand sollte sich Sorgen machen über die bevorstehende Verlangsamung der Anleihekäufe. Italiens Notenbankchef Ignazio Visco sagte auf einer Konferenz, er würde es bei der Drosselung von QE vorziehen, keine spezifischen Daten und Zeiträume zu haben, da die EZB die Flexibilität des Programms benötige.

(Bloomberg)