Geldpolitik EuropaSo viel kostete Draghis «Whatever it takes»-Zusage

Welchen Preis hat am Ende das unvergessliche Versprechen von EZB-Präsident Mario Draghi, den Euro um jeden Preis zu retten?
07.08.2017 03:30
EZB-Chef Mario Draghi.
EZB-Chef Mario Draghi.
Bild: youtube

Etwa 1,2 Billionen Euro. Um diese Summe ist die Bilanz der EZB in dem halben Jahrzehnt gestiegen, seit Draghi diese Worte auf einer Konferenz in London fallen liess (ein paradoxer Ort aus der Nach-Brexit-Perspektive).

Analysten der Deutschen Bank um Luke Templeman erklärten in einer Einschätzung, dass sich in den vergangenen fünf Jahren mehrere Dinge in dieser Grössenordnung verändert haben - was wie ein unheimliches, "Da Vinci Code"-ähnliches Zusammenspiel wirkt:

  • Das Bruttoinlandsprodukt des Euroraums ist um rund 1,2 Billionen Euro gestiegen
  • Die Bilanzsumme der Federal Reserve ist umgerechnet auch um umgerechnet grob 1,2 Billionen Euro geklettert
  • Die kombinierte Marktkapitalisierung der FANG-Aktien - Facebook, Amazon, Netflix und Alphabet - hat um den Gegenwert von 1,2 Billionen Euro zugelegt

Templeman und seine Kollegen warnen aber davor, zu viel in diese Symmetrie hineinzulesen. Denn wenn die US-Zahlen eine direkte Beziehung zueinander aufweisen würden, würde das nahelegen, dass "jede von der Federal Reserve gekaufte Anleihe die Menschen dazu getrieben hat, mehr Zeit auf diesen Websites zu verbringen".

(Bloomberg)