Geldpolitik Europa - Weitere EZB-Zinssenkung zur Stützung der Konjunktur erwartet

Die EZB wird der schwächelnden Wirtschaft im Euro-Raum voraussichtlich mit noch tieferen Zinsen und weiteren Konjunkturhilfen unter die Arme greifen.
12.09.2019 06:49
Der Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Der Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Bild: Bloomberg

Volkswirte erwarten, dass die Währungshüter auf ihrer Sitzung heute (Donnerstag) den Einlagensatz noch tiefer in den negativen Bereich senken werden. Er liegt bereits bei minus 0,4 Prozent. Ein negativer Satz bedeutet Strafzinsen für Geldhäuser, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken. Denn sie sollen diese nicht bei der Zentralbank horten sondern als Kredite an die Wirtschaft weiterreichen.

Die Ökonomen erwarten zudem, dass die EZB Erleichterungen für die Institute beschliessen wird. So sollen die Folgen schärferer Strafzinsen für Banken abgemildert werden. Verbraucherverbände befürchten dennoch, dass die Institute die immer höheren Belastungen auf ihre Kunden abwälzen werden.

Ökonomen gehen zudem davon aus, dass die Euro-Wächter ihren Zinsausblick verändern werden. Bislang stellen sie bis mindestens zur Jahresmitte 2020 gleichbleibende oder tiefere Schlüsselzinsen in Aussicht. Viele Experten erwarten darüber hinaus eine Neuauflage der Anleihenkäufe, die bis zur Einstellung Ende Dezember ein Volumen von 2,6 Billionen Euro erreicht hatten.

(Reuters)