Geldpolitik - EZB-Chefvolkswirt: Möglichkeiten der Geldpolitik noch nicht ausgeschöpft

Die Europäsche Zentralbank (EZB) hat aus Sicht ihres Chefvolkswirts Philip Lane ihr geldpolitisches Pulver noch nicht verschossen.
18.11.2019 17:06
Der Hauptsitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Der Hauptsitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Bild: Bloomberg

"Lassen Sie mich betonen, wir denken nicht, dass wir schon an einer Grenze angelangt sind," sagte EZB-Chefvolkswirts Philip Lane am Montag auf einer Veranstaltung in Paris. Allerdings sollte auch die Politik ihren Beitrag leisten, damit die Frage nach den Spielräumen der Notenbank weniger relevant wird. Die neue EZB-Chefin Christine Lagarde hatte erst vor einigen Wochen Euro-Länder mit Haushaltsspielräumen wie Deutschland und die Niederlande dazu aufgerufen, mehr gegen die Konjunkturschwäche zu tun.

Die EZB hält bereits seit Jahren ihre geldpolitischen Schleusen weit offen, um die Konjunktur zu stützen und die aus ihrer Sicht zu niedrige Inflation hochzutreiben. Die EZB strebt knapp unter zwei Prozent als Optimalwert für die Wirtschaft an - im Oktober lag die Teuerung aber gerade einmal bei 0,7 Prozent. Erst im September beschloss sie ein umfangreiches Stützungspaket für die Wirtschaft, das unter anderem eine Erhöhung der Strafzinsen sowie Erleichterungen für Banken umfasst.

Dazu kam im November der Neustart der in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe, die bis Ende Dezember 2018 bereits ein Volumen von mehr als 2,6 Billionen Euro erreicht hatten.

(Reuters)