Geldpolitik - Leitzins in Grossbritannien bleibt auf Rekordtief

Die britische Notenbank hält den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent. Die am Donnerstag veröffentlichte Entscheidung der Bank of England fiel mit sechs zu zwei Stimmen.
03.08.2017 13:50
Hauptsitz der Bank of England in London.
Hauptsitz der Bank of England in London.
Bild: Bloomberg

Zuletzt hatten mehrere Währungshüter angesichts der vergleichsweise starken Inflation laut über eine Erhöhung in der zweiten Jahreshälfte nachgedacht. Doch hat die einst vor Kraft strotzende Wirtschaft auf der Insel als Folge des Anti-EU-Votums vom Juni 2016 an Fahrt verloren.

Die Notenbank blickt nun nicht mehr so optimistisch auf die Konjunktur und senkte ihre Prognose entsprechend: Für 2017 erwartet sie nur noch ein Plus beim Bruttoinlandprodukt von 1,7 Prozent. Im Mai hatte sie noch 1,9 Prozent veranschlagt.

Zugleich hielt die Notenbank den Umfang ihres Anleihenkaufprogramms bei 435 Milliarden Pfund (556,9 Milliarden Franken) konstant. Sie hatte die Transaktionen im August 2016 als Reaktion auf den Brexit-Schock auf dieses Niveau ausgeweitet. Sie senkte damals zudem den Schlüsselzins auf das aktuell noch gültige Niveau.

Auch wenn die Zentralbank nun stillhielt, dürfte sie mit Sorge auf die Inflation blicken. Angestrebt wird eigentlich eine Rate von 2 Prozent, die mit zuletzt 2,6 Prozent deutlich überschritten wird. Im Zug der starken Pfund-Abwertung nach dem Brexit-Referendum verteuern sich Importe, womit die Inflation angeheizt wird.

(AWP/SDA/REU)